Die 7 häufigsten Anzeichen von Bindungsangst aufgedeckt

Der Bindungsangst endlich „Auf Wiedersehen“ sagen – in diesem Artikel findest du die oft versteckten Anzeichen von Bindungsangst und einen neuen (Durch)blick dafür, was du aktiv tun kannst!

Bindungsangst Auf Wiedersehen?!

Eigentlich müsste es doch heißen: auf nimmer Wiedersehen Bindungsangst…

Denn am liebsten würden wir diese Angst, die uns offensichtlich daran hindert glücklich zu werden, einfach löschen.

Doch da muss ich dich leider enttäuschen, denn wenn du bei dir oder bei anderen Anzeichen von Bindungsangst entdeckst, dann kannst du diese Angst nicht einfach verschwinden lassen.

Denn gut möglich, dass sie immer wieder kommt!

Aber die gute Nachricht gleich zu Beginn ist, du kannst sie verändern. Ja noch viel mehr, sie kann dich sogar dabei unterstützen endlich die Beziehung zu leben, die du dir wünscht!

Sie wird nicht von einen Tag auf den anderen Tag verschwinden, vielleicht bleibt sie sogar dein Wegbegleiter, aber sie kann deutlich weniger werden.
Du kannst lernen, mit ihr umzugehen, dich selbst zu beruhigen und noch viel mehr, dich neuen Beziehungen zu öffnen. Beziehungen von denen du selbst nicht dachtest, dass du sie jemals in der Form leben könntest.

Denn ja, du hast dieses Glück verdient.

Auch wenn Menschen mit Bindungsangst sich das selbst nicht glauben wollen!

Du hast Angst vor Beziehungen?

Vielleicht steckt hinter dieser Angst dein größtes Talent : nämlich eine total harmonische, balancierte, aufregende, vor Liebe nur so strahlende Beziehung – oder wie auch immer du es bezeichnen möchtest, zu leben.

Vorher solltest du jedoch wie ein Detektiv an die Sache heran gehen, und einmal erkennen wann und vor allem wie sich die Bindungsangst in deinem Leben zu Wort meldet.

Deshalb habe ich für dich, die häufigsten Anzeichen auf den Punkt gebracht – denn es ist nicht immer so offensichtlich wie wir glauben.

Denn manche Anzeichen würden sogar auf den ersten Blick das Gegenteil von „Ich habe eine Bindungsangst“ vermuten lassen 😉

Die 7 häufigsten Anzeichen von Bindungsangst

1) Das Thema „Beziehung“ ist ein ständiges Thema

Bei Menschen mit Bindungsangst wird einerseits der innige Wunsch nach einer Beziehung verspürt, doch andererseits wird stark rationalisiert, wenn es mit den Beziehungen mal nicht so läuft. Dann wird rasch davon gesprochen, dass man ja „eigentlich“ gar keine Beziehung möchte.

Übrigens stehen solche schwammigen sich teilweise wiedersprechenden Aussagen an der Tagesordnung.

Denn in der Sprache, spiegelt sich das innere Bild, das innere Mindset zu Beziehungen wieder. Und das lautet in etwa:

„Ich weiß nicht was und wohin ich will…
Denn wenn ich mich nicht festlege, muss ich auch nicht befürchten auf irgendeine Art und Weise enttäuscht zu werden.“

Ein trauriger Trugschluss, denn im Endeffekt enttäuschen wir uns selbst, indem wir uns unser eigenes Beziehungsglück nicht gönnen wollen.

2) Die oft versteckte Angst vor Nähe

Bindungsangst äußert sich nicht nur im Großen, also wenn zu innige Gefühle, Sex mit Gefühl (ein One-Night-Stand ist oft etwas anderes und weniger „bedrohlich“) oder ein gemeinsames Leben Angst machen, sondern auch im Kleinen.

Zum Beispiel:

Menschen, die Bindungsangst haben, können sich regelrecht beengt fühlen, wenn es zu typisch zwischenmenschlichen Gesten, wie zum Beispiel herzliche Umarmungen kommt. Dann haben sie das Gefühl, fast keine Luft mehr zu bekommen und schleunigst weg zu wollen.

Auch mit ernst gemeinten Komplimenten, können sie nur schwer umgehen.

3) Unmögliche bzw. unerreichbare Partner scheinen immer wieder ins Leben zu kommen

Es scheint nach Außen hin wie verhext, als ob Menschen, die Bindungsangst haben, einfach riesen Pech hätten. Und immer an die falsche Partner geraten. (weiblich wie männlich)

Mal ist der potentielle Partner verheiratet, mal ist er ein Workaholic, mal ist er ständig im Ausland unterwegs, mal geht er fremd, mal ist er nicht bereit für eine Beziehung und mal ist er vielleicht einfach nur langweilig.

Es kommt alles vor, von „Notlösungen“ weil man ja doch eine Beziehung möchte, sich aber nicht zu weit vor wagen möchte, bis hin zum Glauben an die große Liebe und Seelenverwandschaft, die aber aus verschiedenen Gründen immer wieder zum Scheitern verurteilt ist.

Im Endeffekt führt die Bindungsangst dazu, dass unbewusst Partner gesucht werden, die selbst gar keine Beziehung führen können bzw. zu weit entfernt sind oder genau das Gegenteil:

Partner, werden aus Kompromissgründen gewählt, weil es nicht so sehr schmerzen würde, wenn diese wieder weg wären.

Das ist für beide Seiten einfach nur schade.

4) Unterdrückte Gefühle, die schleichend immer wieder durchbrechen

„Ein Indianer kennt keinen Schmerz“ …

Mach diesem Motto behandeln Menschen mit Bindungsangst ihre Gefühle. Sie wirken eher kühl und distanziert, wobei schon so etwas wie eine chronische Unzufriedenheit und Nervosität zu spüren ist.

Weil Gefühle, egal ob erwünscht oder unerwünscht einfach gelebt werden wollen.

Wenn ein Mensch mit Bindungsangst plötzlich aus heiterem Himmel bei einem Kinofilm oder einer herzlichen Szene zu weinen beginnt, dann ist das ein Beispiel dafür, wenn Gefühle dann doch plötzlich und dann aber in übertriebenem Maße durchbrechen.

5) Die spezielle Familienstory

Ganz oft steckt hinter der Bindungsangst eine spezielle Familienstory. Das muss jetzt auf keinen Fall etwas Gravierendes oder Schlimmes sein, vielmehr ist es oft so, dass Menschen mit Bindungsangst einfach selbst „Liebe geben“ und „Liebe nehmen“ nich vorgelebt bekommen haben.

Vielleicht waren die Eltern viel arbeiten oder sie konnten selbst ihre Gefühle nicht richtig ausdrücken.

Leider entwickelt sich in meiner Wahrnehmung bei Scheidungskindern, die das Thema nicht richtig aufgearbeitet haben, des öfteren Bindungsangst. Weil sie den Verlust geliebter Menschen (denn genau das glauben Kinder passiert bei einer Scheidung) nicht mehr erneut fühlen wollen.

6) Komm her und dann laufe ich weg

Eher bekannt zum Thema Bindungsangst ist folgendes Szenario:

Wunderschöne manchmal sogar abenteuerliche Momente zu zweit werden erlebt, und kurz später muss eine Art Schutzmauer aufgefahren werden. Damit die Begegnung nicht zu innig wird. Das Unterbewusstsein ist beim Entwickeln von Abwehrmanövern äußerst kreativ.

Beispiele für Ablenkungsmanöver, die die Schutzmauerfunktion übernehmen können sind zB.

  • plötzliches krank werden, vor dem nächsten Treffen
  • ein extrem dringendes berufliches oder privates Projekt, tritt ganz plötzlich in den Vordergrund
  • verschiedene Gedanken die suggerieren, warum er oder sie dann doch nicht der bzw. die Richtige ist

Doch was weniger bekannt ist, ist das Menschen mit Bindungsangst auch zeitweilig zum „Klammern“ neigen. Sie wollen die Liebe mit aller Kraft festhalten, damit die Gefahr nicht besteht, verlassen zu werden.

Frei nach dem Motto: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist viel besser.

Wieder ein böser Trugschluss, denn mit zu viel Klammern und „Scheinliebe“ wird ein potentieller Partner höchst wahrscheinlich rasch das Weite suchen, weil ihm wieder die Luft zum Atmen fehlt.

7) Der „More Drama Baby“ Effekt

Wie in Punkt 4 beschrieben, ist Gefühle wahrnehmen und zeigen nicht unbedingt die Stärke von Menschen, die die Bindungsangst begleitet.

Aber weil die Gefühle sich ein Ventil suchen und gelebt werden wollen, erzeugen Menschen mit Bindungsangst tatsächlich selbst gerne Drama. Sie streiten, verlassen, kommen wieder etc. nur um Gefühle in einer Beziehung auf eine andere, leider nicht sehr konstruktive Art und Weise, hervor zu rufen.

 

Also Bindungsangst ist scheinbar ein Phänomen , das gut versteckt Einzug in unseren Beziehungsalltag gefunden hat.

 

Sie ist keine Seltenheit mehr, sondern leider immer öfter die Regel.

Wir können, dürfen und müssen lernen, unsere Beziehungen wieder in anderem Licht zu sehen und uns selbst schonend aber doch zu fordern, auf andere zuzugehen. Und uns einzulassen. Uns zuliebe.

Dazu fordern, Schritt für Schritt mehr Liebe in unser Leben zu lassen. Auch wenn es Angst macht.

Ich glaube dran, das hinter dieser Angst, die Beziehung steckt, von der du nicht einmal zu träumen gewagt hättest und die dich täglich auf angenehme Art und Weise überraschen kann.

Wenn du bei dir Anzeichen von Bindungsangst erkannt hast, bist du auf jeden Fall nicht alleine und du kannst effizient lernen mit ihr umzugehen. So lange, bis sie dich sogar bereichert. Denn sie macht dich zu dem Menschen, der du gerade bist.

Wie geht es jetzt weiter?

Generell kann es in zwei Richtungen gehen, du sagst:

warum gehen Männer auf Distanz

 

SOS bei Bindungsangst

 

Es gibt immer Luft nach oben 🙂

 

 

Hast du noch weiter Anzeichen von Bindungsangst bei dir selbst oder bei anderen beobachtet? Lass und die Liste der Anzeichen doch erweitern, um dem klaren Durchblick noch näher zu kommen 🙂

 

Sei bei dir – bleib bei dir

Michaela Forstik

Hier noch eine knackige Zusammenfassung von mir via Video:

 

 

Beitragsbild: picjumbo

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5 Kommentare, sei der nächste!

  1. Bei den meisten artikel zu diesem thema ist immer die rede von männern die probleme mit nähe haben. Was ist aber wenn es genau anderst rum ist?
    Ich hab herausgefunden woher ihre angst kommt und hab mit ihr darüber gesprochen. Sie meinte sie möchte versuchen mit mir zusammen diese angst zu überwinden. Doch seit unserem gespräch habe ich das gefühl sie geht noch mehr auf abstand. Vielleicht empfinde ich das aber auch nur so weil es mir zu wenig schnell geht. Ich weiss es nicht.
    Ich weiss einfach nicht wie ich mich verhalten soll. Soll ich sie ab und zu mal kontaktieren oder lasse ich ihr zeit bis sie sich von sich aus wieder meldet?

    1. Lieber Oli!

      Ich schreibe einfach aus Sicht einer Frau hauptsächlich für Frauen, deshalb dieser Blickwinkel. Aber du hast vollkommen recht, auch wir Frauen haben oft Probleme mit Nähe und der männliche Partner leidet darunter.

      Generell finde ich es gut, dass ihr beide über das Thema Bindungsangst sprechen könnt, und ich vermute es ist ein klassischer „Abwehrmechanismus“ ihrerseits, der passiert, nachdem das wahre Thema angesprochen wird.

      An deiner Stelle würde ich nicht nach „Regeln“ vorgehen wenn es um das sich melden geht. Ich würde Verständnis zeigen, und eine freundliche aber bestimmte Einladung aussprechen, wie es weiter gehen kann.

      Ich hoffe ich konnte dir ein Stückchen weiterhelfen hier noch der Link zu einem Artikel der näher auf „Abwehrmechanismen“ eingeht!

      http://www.relationshipwith.me/abwehrmechanismen/

      Lg, Michaela

  2. Ich meine bei meinem Partner auch festgestellt zu haben, dass er unter Bindungsangst leidet. Nach einem zweiwöchigen Urlaub fing er langsam an, sich immer und immer mehr von mir zurück zu ziehen. Wie oben schon beschrieben jagt ein Projekt das andere, entweder Stress auf der Arbeit, die Wohnung der Tochter und nun noch seine Wohnung. Ich habe festgestellt, dass man sie auch daran erkennt, dass die Zärtlichkeiten zurückgehen, keine Nähe mehr aufgebaut wird, der Partner selbstverständlich wird, keine lieben Worte, keine Umarmungen mehr einfach nichts mehr. Man kommt sich so vor, als wenn man für diesen Menschen gar nicht mehr so richtig existiert. Es heißt immer nur ich habe Stress Arbeit und seine Projekte. Es gib kein Wir mehr. In der Außenwelt wird aber gezeigt, dass wir ein Paar sind, Händchen halten. Aber wenn wir dann alleine sind passiert nichts mehr. Ferner wird das Thema Zukunft zu zweit gemieden. Selbst nach 1,5 Jahren wurde bisher nie darüber gesprochen, ob es überhaupt ein gemeinsames Ziel gibt. Diese Menschen geben sich nach einiger Zeit auch gar keine Mühe mehr, dem Partner zu zeigen, dass er ihm etwas wert ist. Das andere Phänonom mit Schluss machen weglaufen und zurückkommen habe ich mit diesem Partner auch schon durch. Ja dahinter steckt dann wohl die Verlustangst die sehr nah bei der Bindungsangst liegt. Für den Partner ist dieses ganze Prozedere unheimlich schwer, da es ein Wechselbad der Gefühle ist. Es ist wie ein Gummiband mal ganz nah und dann wieder weit weg.

    1. „Gummiband mal ganz nah und dann wieder weit weg“

      Danke für deine ehrlichen Worte – ja deine Schilderung spiegelt das emotionale Auf-und Ab, das sowohl der Betroffene als auch der Partner mitmacht gut wieder. In meinem Kurs, gehe ich ganz detailliert darauf ein, wie wir in die Falle der „gelernten Hilflosigkeit“ kippen und was wir auch wieder heraus kommen.

      Auch wenn es absurd klingt, würde ich dir raten, in der Situation wo er Distanz geht, dich ebenfalls um dein eigenes Leben zu kümmern. Aber nicht mit Sturheit sondern mit der offenen Einladung, dass es danach, wenn es beiden besser geht, wieder um die gemeinsame Vision geht. Denn die ensteht und festigt sich am Besten, wenn ihr den Fokus auf Euch auf dem WIR habt.

      Und damit es dir gelingt, deinen Partner nicht noch weiter in die Distanz zu treiben sondern gewaltfrei zu kommunizieren wie es dir geht und was sich ändern soll, dafür empfehle ich dir die gewaltfreie Kommunikation nach Rosenberg. Dazu gibt´s hier einen kostenlosen Guide von mir!

      Halte mich auf dem Laufenden 🙂

  3. Fakt ist wohl auch, dass positive Momente oder Phasen schleichend oder abrupt beendet werden, indem der Bindungsverängstigte Strategien entwickelt, die alles zunichte machen, Vorrangig durch o. g. Dramen.
    Der Partner dann nicht damit umgehen kann. Wie auch?! Und so zu dem Schluss gekommen wird, dass die Beziehung nicht den Erwartungen stand halten kann. Das Gefühl ist jedoch ein völlig anderes… Nämlich, der Bindungsverängstigte hat SELBST entschieden, dass die Beziehung nicht funktioniert. Wäre es der Partner, zöge es selbigen den Boden unter den Füßen weg. Und das wäre das schlimmste was passieren kann in der Welt eines Beziehungsverängstigten.
    Frei nach dem Motto lieber beende ich als ein anderer!

    LG

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