Gefühlskalt?! Von der ganz speziellen Art Liebe zu geben

Lies hier nach, wie du erkennst, ob jemand gefühlskalt ist und wie genau die Liebe trotzdem eine Chance verdient hat.

Manchmal aber doch, haben wir das leise aber deutliche Gefühl, uns fehlt etwas in unserer Beziehung – sind wir oder der andere denn tatsächlich gefühlskalt? Vielleicht auch schon ganz zu Beginn. Und aus dem Gefühl des Mangels heraus, lässt sich eine Beziehung nicht sehr erfrischend gestalten…

Entweder liegt es an uns selbst, und es fällt uns schwer uns wirklich innig und nahe auf einen anderen Menschen einzulassen, oder wir selbst sind sehr wohl sehr offen, warm und herzlich doch unser Gegenüber baut schmerzhaft eine Art Mauer vor uns auf.

Wir fühlen uns absurderweise einsam, obwohl wir doch augenscheinlich eine Beziehung leben!

Zudem fühlen uns von der fehlenden Resonanz, die wir gerade wahrnehmen verunsichert…

Und obwohl wir schon einige Zeit in einer Beziehung leben, beginnen wir uns zu fragen, ob es das schon gewesen sein soll?

Ist das schon gefühlskalt?

Anzeichen dafür, dass wir einen Mangel an Wärme und Gefühl in unserer Beziehung haben

Anzeichen die du beim anderen erkennen kannst

(P.S. generell fällt es uns leichter, die „Fehler“ an anderen zu erkennen, doch alles was uns speziell ärgert hat im Sinne des Schattenprinzips mehr mit uns zu tun als wir denken)

  • Der Partner oder potentielle Partner ist uns gegenüber zu wenig aufmerksam…
  • Wir fühlen uns unsicher, weil der andere nicht wirklich zeigt, dass er uns liebt…
  • Wir befürchten, für den anderen „selbstverständlich“ geworden zu sein…
  • Es gibt einen Prioritätenkonflikt: Ständig wird dies oder jenes vor uns geschoben, anstatt dass bewusst Zeit mit uns verbracht wird …
  • Manchmal geht der andere sogar auf Distanz, wenn wir ihm näher komme…
  • Letztendlich haben wir auch das Gefühl, ständig in unsere Beziehung hineinzubuttern, und nicht das  zurück zu bekommen, was wir uns insgeheim wünschen…

Anzeichen die du bei dir selbst wahrnimmst

  • Du hast gelegentlich eine Art Beklemmungsgefühl, wenn dir der andere zu nahe kommt (zB. du hältst die Luft an, reagierst gereizt,…)
  • Wenn sich dein Partner in einer Nähe befindet, fühlst du dich eingeengt, doch sobald er geht, vermisst du ihn oder sie schrecklich
  • es fällt dir schwer, wirklich wahrzunehmen oder auszusprechen wie du dich fühlst
  • du neigst eher dazu, Vieles zu rationalisieren und zu diskutieren – anstatt zu fühlen was wirklich in dir vorgeht
  • du kannst nur ganz schwer weinen
  • du lenkst dich gerne ab, wenn es um Gefühle geht
  • es gibt oft Situationen, in denen du die anderen absolut nicht zu verstehen scheinst

Wenn du die ein oder andere Situation kennst, beginnst du dir vielleicht Sorgen zu machen, zu analysieren und auch ein Stückchen zu bewerten.

Weil es dich persönlich kränkt und auch ärgert, dass dein Gegenüber oder du selbst gewisse Verhaltensweisen an den Tag legt, und gewisse die dir wichtig wären eben stattdessen überhaupt NICHT passieren.

Doch mit jeder dieser Bewertungen, gerätst du noch tiefer in den Strudel des Zweifelns hinein.

Und mit jammern und kritisieren kommst du nicht weiter bzw. drängst du dich bzw. den anderen ziemlich sicher noch mehr in die Defensive.

Und dann kann es schon passieren, dass du selbst oder der geliebte Mensch entweder mit Flucht oder Angriff auf  reagiert.

Doch eine entscheidende Frage ist noch offen:

Was kannst du tun, um der Liebe tatsächlich eine Chance zu geben

Um wieder Klarheit zu fassen und zielstrebig etwas an der Situation zu verändern, gibt es zu Beginn einen Satz, der ganz rasch, ganz viel Druck von dir nimmt.

Und zwar:

Das Verhalten ist nicht gleich die Persönlichkeit!

Das bedeutet: Nur weil wir uns in einer bestimmten Art und Weise verhalten, heißt das NICHT, dass wir keine guten Menschen sind.

Dass wir gar ein gefühlskalter Mensch sind. Oder nicht aufrecht lieben können!

Vielmehr, haben wir momentan scheinbar noch keine anderen Möglichkeiten, als uns genau so zu verhalten, wie wir es gerade tun.

Wir sind sozusagen gerade ressourcenarm! Weil wir es auch nicht anders gelernt haben.

Freilich schätze ich dich als vernünftigen Menschen ein, der mit beiden Beinen im Leben steht ein, und es geht hier um Situationen, in denen klar ist, dass beide eine Beziehung miteinander leben wollen. Und der seine Konsequenzen zieht, wenn er nicht fair behandelt wird.

Es geht hier um die Art und Weise, wie oft und in welcher Form dabei Gefühle gezeigt werden oder eben nicht.

Gefühlskalt?Du selbst bist die Veränderung, die du haben möchtest

Wie du wahrscheinlich schon bemerkst hast, bin ich ein Fan davon, machtvolle Fragen zu stellen.

Fragen die uns manchmal auch etwas unsanft aufwecken können.

Doch im Endeffekt werden genau so „Probleme“ gelöst und Raum für Neues geschaffen.

Deshalb kannst du dir folgende Fragen stellen, um zu sehen was dir die aktuelle Situation sagen möchte, und was davon du selbst in die Hand nehmen möchtest.

1) Was hast du im Angebot?

Steht ein heisser Ferrari in der Garage, oder ein Traktor, der einfach über alles drüberrollt?

Sorry für diesen eventuell etwas radikalen Vergleich, aber er dient rein dazu dir zu überlegen:

Wenn du dir einen Porsche an deiner Seite wünscht, dann braucht es einen Ferrari der ihm zeigt, wo´s lang geht.

Also ganz ernsthaft:

– Was hast du für „Schmankerl“ zu bieten?

Was hast du in der Beziehung zu bieten – eine ganz, ganz entscheidende Frage!

– Welche Schokoladenseiten legst du regelmäßig an den Tag, um deinen Partner zu verzaubern?

– Auf welche vielfältige Art und Weise bereicherst du deinen Partner?

– Was sind deine größten Stärken?

– Womit kannst du deinen Partner mitreissen? Was bewegt ihn der sie?

2) Auf welche Art und Weise gibst du Liebe?

Liebe kann und wird aus so viele unterschiedliche Art und Weise gezeigt:

Das hat sehr oft mit der Tatsache zu tun, wie wir von Anfang an in unserer Familie Liebe erlebt haben.

Welches Bild von der Liebe wir mit in die Wiege gelegt bekommen haben.

Wurdest du als Kind viel gedrückt, wurde viel gekuschelt und gab es innige Umarmungen?

Dann wirst du deine Liebe wahrscheinlich auch am ehesten durch körperliche Nähe zeigen wollen.

In manchen Familien ist das sogar eher unüblich, was aber nicht bedeutet, dass keine Liebe da ist!

Die Liebe wird nur auf ganz andere Arten transportiert!

Es gibt Mütter, die ihre Kinder ständig mit wohlschmeckendem Essen verwöhnen, einfach nur um ihnen über diesen Weg ihre Zuneigung zu demonstrieren.

Liebe geht ja nicht umsonst, auch durch den Magen. 😉

Also stell dir gleich die Frage auf welche Art und Weise du Liebe zeigst, und welche weiteren kreativen Wege dir einfallen würden?

P.S. Wenn du einen Blick auf die Familie deine Partners wirfst, kannst du auch recht schnell beobachten auf welcher Art und Weise dort Liebe gezeigt wird, und was absolute No go´s sind 😉

3) Und jetzt ganz spannend: auf welche Art und Weise gibt dir dein Partner Liebe?

Es ist nämlich gut möglich, dass dein Gegenüber die Liebe auf ganz anderem Wege transportierst als du, und genau das eure Beziehung so vielseitig macht.

– Wie hat er/sie es „gelernt“?

– Welches innere Bild von der „Liebe“ prägt ihn?

Gibt es Verhaltensweisen, die der andere setzt, um dir im Endeffekt seine Liebe und Treue bezeugen, die du bisher noch gar nicht wahrgenommen hattest?

Zum Beispiel kann es auch gut sein, dass er/sie extrem viel arbeitet, um dir seine Liebe durch materielle Werte und viel Sicherheit zu demonstrieren. Und hat noch keine neuen Möglichkeiten in seinem Verhaltensrepertoire.

Oder Liebe bedeutet für den anderen gemeinsame Zeit mit dir zu verbringen, auch wenn dabei nicht Händchen gehalten wird.

Vielleicht bedeutet Liebe für deinen Partner auch gemeinsam Sport zu machen, oder dich immer mit bei Freuden oder Familienfesten haben zu wollen.

4) Der Wahrnehmungsabgleich: Weiß dein Schatz wirklich, ganz genau was du willst und brauchst?

Sofern du dir selbst im klaren bist, wie sich deine erfüllende Beziehung gestalten soll, ist es noch lange nicht selbstverständlich, dass er es auch weiß.

Wir Menschen gehen einfach zu oft davon aus, dass es doch logisch sein sollte, dass uns die anderen verstehen. Und wenn das nicht der Fall ist, sind wir beleidigt.

Der Wahrnehmungsabgleich: Doch wir sind eben die Experten für uns selbst und niemand anderer.

Selbst unser Partner nicht. So können wir selbst nach einer jahrelangen Beziehung nicht davon ausgehen, dass uns der andere doch verstehen muss. Und von uns anderen verlangen, dass er unsere Wünsche und Bedürfnisse riechen kann.

Die obendrein so wie alles im Leben einem ständigen Wandel unterliegen.

Das ist klar und sexy!Das kann so viel verändern!

 

Das kann so viel verändern!

5) Wieviel bist du dir selbst wert?

– Wieviel Achtsamkeit und Zuneigung gibst du dir selbst?

– Wie liebevoll denkst, sprichst und verhältst du dich dir gegenüber?

Wer sich selbst nicht liebt, hat nicht viel zu verschenken. (Stefanie Stahl)

Und genauso kannst du dich Fragen, wie es um den Selbstwert deines Partner bestellt ist…

Denn der Selbstwert steuert unbewusst unsere gesamte Kommunikation.

Wenn du dich selbst nicht genug schätzt, wieso sollte dich dann jemand anders lieben und schätzen? Du könntest es wahrscheinlich gar nicht zulassen.

6) Gibt es zwischen euch einen „Wertematch“?

– Welche top 5 Werte prägen deine Beziehungen?

– Welche Werte verfolgt er in der Beziehung?

– Und am Wichtigsten: gibt es einen Match?!

Viel bedeutender als ähnliche Interessen, ähnliches Aussehen, ähnliches Bildungsniveau etc. ist für mich die Tatsache, ob zwei Menschen in ihren gemeinsame Werten übereinstimmen!

Denn deine Werte machen dich zu der Person die du bist, sie sind deine Identität. Und wenn auf der Werteebene unterschiedliche Prioritäten vorherrschen, die zu weit auseinanderdriften, dann steckt hier ziemliches Konfliktpotential drinnen.

Ich freue mich für dich, wenn auch du die ein oder andere neue Facette an dir oder deinem Partner wahrnehmen durftest und freue mich, wenn du mich an deinen Gedanken und Fragen teilhaben lässt.

Wieviel Raum dürfen die Gefühle in deinen Beziehungen haben?

 

Sei bei dir – bleib bei dir

Michaela Forstik

Beitragsbild © micro fotolila.com

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2 Kommentare, sei der nächste!

  1. Hi Michaela,

    schön, wie du mit dem dritten Punkt ein Tool zur höheren Wertschätzung an die Hand gibst. Ich erlebe es viel zu häufig, dass in Bezeihungen mangelorientiert miteinander umgegangen wird. Dies passt nicht, das könnte besser funktionieren und das was ich eigentlich will, ignoriert er/sie ja sowieso seit Jahren.

    Also lieber mal die Frage „auf welche Art und Weise gibt dir dein Partner Liebe?“ stellen und vielleicht ein paar verborgene Schätze, also bisher unentdeckte liebevolle Verhaltensweisen suchen.

    Und dann finden 🙂

    LG, Nils

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