Warum wir uns ach so gerne selbst quälen

Unglücklich verliebt sein, unserem Körper Schaden zufügen, uns unliebsame Emotionen zumuten? Es geht definitiv auch anders…

Manchmal tun wir Dinge, immer und immer wieder, die uns eigentlich selbst verletzen.

– Wir treffen uns mit Menschen die uns nicht gut tun. Wir fordern es sogar heraus…

– Wir sind verliebt in Menschen, die keinen Raum für uns haben.

– Wir trinken zuviel Alkohol, obwohl wir wissen, morgen wird es uns sehr, sehr schlecht gehen.

– Wir ärgern uns furchtbar über etwas oder jemanden, und wissen, es bringt uns genau gar nicht weiter.

– Wir machen uns Sorgen über Dinge, die wir nicht kontrollieren können.

– Wir geben nach und geben vor zu verstehen, obwohl wir uns innerlich dabei selbst übergehen…

– Wir muten uns zuviel zu, leisten und leisten bis wir einfach nicht mehr können.

– Wir widersprechen, obwohl es auch einmal gut sein darf.
Und nachher drückt uns das schlechte Gewissen. Warum zum Teufel,…

Doch irgendwie fühlen wir uns wie magisch von bestimmen Situationen oder Menschen angezogen, von denen wir ganz genau wissen :

„Das tut dir jetzt nicht gut!“

Doch ein unsichtbarer Mechanismus, der dann nicht mehr flüstert sondern förmlich schreit „Tu es“ ist manchmal stärker.

Wissen und Tun ist zweierlei…

Loslassen statt verdrängen

Auch wenn wir uns selbst nach so einer „eigentlich ungewollten“ Aktion am liebsten den Kampf ansagen und es einfach vergessen würden – verdrängen funktioniert hier garantiert nicht.

Das liebe Gesetz der Anziehung funkt hier dazwischen.

Du kannst dir nämlich 100/ig sicher sein, dass diese Situationen so lange wiederkommen werden um dich quasi zu testen, bis sie dir gleichgültig geworden sind. Also bis du ihnen keinen allzu großen Wert mehr beimisst.

Wenn du zu den Tapferen gehörst, oder der Schuh einfach schon zu fest drückt, sprich der Leidensdruck zu hoch geworden ist (manche Menschen haben echt eine hohe Schmerzgrenze) –  kannst du folgendes tun um deine unerwünschten Facetten oder Verhaltensweisen endlich ziehen zu lassen.

Annehmen was ist und ein bewusstes „Jetzt ist Schluss“

Solange du inneren Widerstand gegen das nicht gewünscht Verhalten leistest, wird es nicht einfach vergehen.

Der Schlüssel zur Veränderung und Erleichterung ist es im erste Schritt alles genau so anzunehmen wie es gerade ist. Ja sogar dankbar dafür zu sein. Dich mit all deinen Persönlichkeitseigenschaften anzunehmen, wertzuschätzen und zu lieben. Alle deine Anteile zu würdigen.

Schließlich steckt hinter jedem deiner Verhaltensweisen eine positive Absicht.

Du kannst dir metaphorisch auch vorstellen, wie du vor einem großen Spiegel, der drei Abbilder von dir zeigt stehst. Rechts von dir ist das schönste Abbild deiner selbst, das du dir nur wünschen kannst. Links von dir, ist genau das Abbild, das du überhaupt nicht zu mögen scheinst. Doch du, dein wahres Ich, in der Mitte des Spiegels, setzt sich eben genau aus diesen beiden Komponenten zusammen. Das bist DU.

Nobody is perfect, auch du nicht!

Den Auslöser entfernen

Um die Emotionen einmal abflachen zu lassen ist es manchmal notwendige den Auslöser unserer Verhaltensweisen wenn möglich zu entfernen, vorübergehen sogar zu löschen und bei Menschen einfach auf Distanz zu gehen. Und die Gefühle, die dann aufkommen auch zuzulassen. Denn so schlimm wie vermutet, sind sie dann gar nicht und nur so kann ein „Heilungsprozess“ überhaupt passieren.

Altlasten symbolisch entfernen – Räum dein Leben auf

Ein sehr wahrer Satz nämlich –

Wie im Innen so im Außen

– kommt hier zu tragen. Entferne alles, was dich auch nur an die bestimmte Situation, in die du nicht mehr kommen möchtest, erinnert. Seien es alte Fotos, Bücher, Gegenstände, Telefonnummern, Kleidungsstücke, etc…

Selbstwertschätzung steht ganz oben

Würdest du dich selbst verletzten wenn es dir mit dir selbst wirklich gut geht? Würdest du dir das antun wenn du bewusst auf dich acht gibst? Dich gerade gut spürst?

Wohl eher nicht!

Deswegen könnte es ein dezenter Hinweis sein, etwas für dich zu tun, wenn unerwünschte Verhaltensweisen dich immer wieder heimzusuchen scheinen.

Stell dir vor du stehst vor der Bibliothek deines Lebens. Lauter schön gebundene Bücher in einem soliden Regal gelagert. Du selbst hast du Wahl, ob du das Buch, das stetig und immer wieder Drama in deinem Leben erzeugt immer wieder aufs neue Lesen möchtest. Dich damit quälst und gefangen hältst. Denn somit wird es auch tatsächlich zu deiner Realität werden. Oder ob du einen neuen Roman beginnen möchtest und dir bereits jetzt, das Happy End ausmalst.

Ich spür mich auch anders

Jedesmal, wenn du dich selbst mit bestimmten Verhaltensweisen bestrafst, spürst du dich. Ja, denn auch Emotionen wie Angst, Wut oder einfach dieses schlechte Gewissen danach sind Emotionen und zeigen dir, dass du lebendig bist. Das Leiden ist uns bekannt. Und deshalb mögen wir es auf eine makabere Arte und Weise, es immer und immer wieder zu erleben.

Nur, musst du dir dieses Gefühl wirklich durch diese Art uns Weise selbst zumuten? Oder gibt es für dich auch andere Möglichkeiten, um bei dir zu sein?

Ich bin davon überzeugt.

Ehrenrunden sind erlaubt

Zuviel Perfektionismus kann auch tatsächlich schaden.

Deshalb: Selbst wenn du wieder eine Ehrenrunde läufst und noch in alten Verhaltensmustern schwelgst. Es ist ok! Es darf gut sein, so wie es ist. Und du kannst jederzeit wieder von vorne beginnen dein Verhalten zu ändern. Du bist dir jetzt bewusst darüber, und tadelst dich nicht selbst dafür.

Solange, bis du dich gar nicht mehr drauf konzentrieren musst, etwas anders machen zu wollen. Weil es dann einfach in die richtige Richtung läuft!

[Tweet “Du selbst bist die Veränderung, die du haben möchtest.”]

Ich hoffe inständig, dass ich dich mit diesem Artikel dazu bewegen konnte etwas zu verändern, um DIR etwas Gutes zu tun. Und es auch wieder zu versuchen, selbst wenn die ein oder andere Ehrenrunde dabei war.

Kennst du noch weitere Wege um alte Verhaltensweisen ruhen zu lassen? Wie funktioniert es für dich? Ich freue mich über deine Meinung – über deine Inputs.

 

Sei bei dir – bleib bei dir

 

10 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

  • Danke Michaela für diesen tollen Beitrag.

    Ja ich durfte das auch lernen (nicht mit dem Alkohol – das war – Gott sei Dank – nie mein Ding :-). Aber vor lauter Harmoniesucht habe ich mich früher sehr oft verletzen lassen. Ich war sozusagen diejenige die auch noch 5x die andere Wange hingehalten hat 🙂

    Als ich dann endlich sagte: “Jetzt ist Schluss” und Vergebungsarbeit gemacht habe, hat sich eine ganze Reihe alter Blokaden gelöst. Ich fühlte mich zum ersten Mal richtig frei. 🙂

    Das ist wirklich zu empfehlen!
    Alles Liebe
    Cornelia

    Antworten
    • Liebe Cornelia!

      “Harmoniesucht” interessantes Wort! Klingt auf den ersten Blick harmlos, kann uns selbst aber bestimmt genug quälen. Danke für den wertvollen Tipp! Freu mich für dich!

      Alles Liebe,
      Michaela

      Antworten
      • Wie genau macht man Vergebungsarbeit? Ich meine es wird sooo viel drüber gelesen und geredet – aber wie geht das konkret? Und wie merkt man ganz konkret dass es “durch” ist das Vergebungs-Thema?

        Antworten
        • Hallo Julietta,

          vielleicht hilft dir mein Artikel “Ich koche vor Wut – nehme ich die Bratpfanne oder gleich einen Hammer” unter: http://www.corneliastessl.at/ich-koche-vor-wut-nehme-ich-die-bratpfanne-oder-gleich-einen-hammer/ etwas. Da habe ich das gemacht.

          Ich muss aber dazusagen, dass ich diese Art von Vergebungsarbeit auch schon vorher gemacht habe – mit bewusst verzeihen, Frieden schicken, segnen usw. – und es hat auch sehr gut geholfen, aber irgendwann passierte etwas und ich merkte: “Hoppala, da ist ja noch immer etwas da!”

          Ich vergleiche das immer mit der Zwiebel – wir schälen eine Schicht, damit ist für den Moment gut gedient, aber irgendwann kommt unweigerlich die nächste Schicht dran. Bei mir hat das noch nie auf einmal und mit einer Arbeit funktioniert – (ok, kommt drauf an, was es war, wie tief die Verletzung war). Aber bei so richtigen langwierigen Sachen, brauchte ich schon mehrere Anläufe.

          Was mir immer sehr gut geholfen hat ist das Frieden schicken. Immer wenn was hochkam, habe ich dieser Person, die mich da so verletzt hat und wo ich so zu beißen hatte, Frieden geschickt. Das war am Anfang zwar echt schwierig, weil ich da am liebsten ganz was anderes getan hätte, aber es hat mir geholfen. (Das mache ich auch, wenn ich bei einer Polizei vorbeifahre 😉 )

          Wie du merkst, dass du durch bist? Wenn sich kein ungutes Gefühl mehr in dir rührt. Wenn du an die Person oder an die Situation denken kannst und du trotzdem ganz gelassen bleibst.

          Am schnellsten ging die Vergebungsarbeit bei mir immer, wenn ich so richtig die Wut spüren konnte. (So wie in meinem Artikel – dass passierte in diesem einen Fall aber erst nach 10 Jahren! – Vorher stand ich über den Dingen 😉 – dachte ich mir :-)) Dabei merkte ich dann, dass wir noch immer irgendeine Verbindung hatten. Nun, nach diesen Anfall und meiner Arbeit und meinem Artikel ist es gelöst und das ist wunderbar.

          Alles Liebe
          Cornelia

          Antworten
  • Liebe Michaela,

    dein ganzer Artikel spricht mir aus dem Herzen. Genau das musste ich sowas von lernen, als ich noch in meiner Negativspirale gefangen war und kein ausweg fand.

    Alles ist Top geschrieben und du hast in meinen Augen völlig recht.

    Dies ist aber meine Lieblings Sub-Headline von dir “Annehmen was ist und ein bewusstes „Jetzt ist Schluss“”

    Annehmen was ist. Das leben so nehmen wie es genau jetzt ist udn nicht darüber Meckern, sondern daran wachsen uns besser werden. Meckern stiehlt einem nur Zeit. Nämlich die Zeit die besten Lösungen zu finden für das Problem was du gerade vor dir liegen hast.

    Beste Grüße,
    Dennis

    Antworten
    • Lieber Dennis!

      Vielen Dank! Ja, Annehmen was ist nimmt so viel Druck aus allem und macht unsere eigene Welt um so viele leichter – auch wenn es oft auf den ersten Blick gar nicht so einfach erscheint!

      Alles Liebe,
      Michaela

      Antworten
  • Liebe Michaela,

    ja, mit Loslassen beschäftigte ich mich auch in den letzten Monaten (und tue es noch, aber es ist schon leichter, die Situation anzunehmen)

    Annehmen, wenn es auch schwerfällt; versuchen, loszulassen
    manchmal wurde es mir zuviel, sodass ich nicht mehr weiterkonnte und mich mit Bewegung abgelenkt habe, um die Gefühle zu verdrängen

    dann kamen die Ehrenrunden, wo ich wieder die “Annehmen-und-Loslassen-Übung” praktizierte
    dabei half mir auch der Gedanke, dass derjenige, dem ich diese Gefühle zu “verdanken” hatte, es nicht anders tun konnte, er wollte mich nicht verletzten

    mittlerweile wird es besser, ja, wie man so schön sagt, die Zeit heilt Wunden

    das Bild mit den Spiegeln gefällt mir ausgesprochen gut; in der Mitte, das bin ich
    das Bücherregal kannte ich auch schon, ich musste es mir nur wieder in Erinnerung rufen
    ich werde sicherlich wieder einmal zu den traurigen Bücher greifen, aber das gehört wohl dazu 🙂

    lg Bettina

    Antworten
    • Liebe Bettina!

      Es freut mich, dass du das Ganze, was dir widerfahren ist, inzwischen auch mit einer Prise Humor und Leichtigkeit nehmen kannst. Wenn du jetzt noch das “versuchen” vor dem Loslassen weglassen möchtest, dann wirkt es noch besser 🙂 Denn unsere Sprache formt ja bekanntlich unsere Realität 😉

      Alles Liebe,
      Michaela

      Antworten

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