Hilfe, wir führen ein Parallelleben!

Bereit 3 Minuten deiner Lebenszeit für die Dinge zu investieren, die im Endeffekt wirklich zählen, und bleiben?

Hand aufs Herz:

Wann hast du einem Partner das letzte Mal intensiv in die Augen gesehen?

Dich in seinen/ihren Augen wiedergefunden?

Ihn und seine Bedürfnisse bewusst wahrgenommen?

Deine Bedürfnisse erfüllt bekommen?

Wann habt ihr euch das letzte Mal aneinander geschmiegt, den Herzschlag und die Atmung des anderen gehört und gefühlt?

Wie oft bist du dir darüber bewusst, wie glücklich du bist, diesen Menschen an deiner Seite zu haben und wie tragisch es wäre, wenn er eines morgens nicht mehr neben dir aufwachen würde?

Wie lange ist es her, dass ihr außergewöhnliche, gemeinsame Momente erlebt habt, die euch einander noch näher bringen?

   Puh – das alles wirkt gerade, als wäre es ganz weit weg?!

Wie konnte das so schleichend passieren?

In unserer Leistungsgesellschaft, bei der Reizüberflutung wo viele Menschen nach ständig mehr streben, ist es manchmal kein Wunder, dass uns die Zeit davon zu laufen scheint…

Mehr Arbeit, mehr Sport, mehr Freunde treffen, mehr leisten, mehr tun, mehr erledigen, mehr vorbereiten, mehr geben …

Weil weniger das neue mehr ist!

Zwei wichtige und wohltuende Fragen, die du dir bei dem ganzen Trubel wahrscheinlich eher selten stellst sind:

  • Was von alledem könntest du weg lassen, um mehr Zeit und Energie für die Dinge im Leben zu haben, die wirklich zählen?

Und würdest du dich mit all diesen To do´s beschäftigen, wenn es kein morgen gäbe?

Oder würdest du die Zeit mit den Menschen verbringen, die du wirklich liebst?

  • Klingt hart aber: Welche Tätigkeiten schiebst du vor, um deinem Partner aktuell nicht in die Augen zu sehen?

Der Pc, das Training im Fitnesscenter oder das Treffen mit Bekannten, die du schon ewig nicht mehr gesehen hast, das wichtige Projekt, das extrem wichtige Meeting, der Hund der Gassi gehen muss, die Familie die sich beschwert dich so lange nicht mehr zu Gesicht bekommen zu haben und die Zeit, die du dringend für dich selbst brauchst?!

Ja, manchmal tun wir es gerne.

Wir verstecken uns hinter Tätigkeiten und diversen To do´s, wenn wir uns gerade nicht mit unserem Partner auseinandersetzen wollen.

Und gut möglich, dass es Probleme gibt, die im Prinzip leicht gelöst werden könnten – die jedoch chronisch aufgeschoben werden.

Aber durch diese “Aufschieberitis” scheinen sie täglich größer und größer zu werden.

Wenn wir uns aber immer mehr, in eine andere Realität, als die unserer Beziehung flüchten, entsteht rasch ein tiefes Loch. Und dieses Loch hinterlässt Wunden.

Ohne es zu merken, fehlt die Zeit zur gemeinsamen Synchronisation, zum Nachspüren wie es uns geht. Und dann kommt es schlagartig zu einem der häufigsten Trennungsgründe:

„Wir haben uns irgendwie auseinander gelebt…“

Plötzlich fällt es uns dann wie Schuppen von den Augen, was wir angerichtet haben!

Damit du nicht in die diese Falle tappst, möchte ich dir ein nützliches Tool in die Hand geben, dass dir dabei hilft, die Dinge zu identifizieren die ach so wichtig erscheinen und dir die Zeit für deine Liebsten rauben.

Damit du dich anschließend auf den Moment, auf das Hier und Jetzt, einlassen darfst 🙂

Ein nützliches Helferlein um bei dir und deinen Lieben zu sein, und dort auch zu bleiben

Damit du für dich weißt, was momentan wirklich wichtig ist und um mehr Zeit, für die Menschen in deinem Leben hast die dir nahe stehen, nimm dir diese Grafik zu Herzen:

Ordne jeden Gedanken, jedes ach so wichtige To do einem dieser Kästchen zu.

Dann tu es, delegiere, verschiebe oder lass einfach los.

(Das Modell ist angelehnt an “die Eisenhower Methode” von Dwight D. Eisenhower)

eisenhower methode

Beispiele aus dem praktischen Leben zu den vier Kategorien samt Handlungsmöglichkeiten:

1 ) wichtig – dringend: 

Einen Abgabetermin für ein wichtiges Projekt in der Arbeit einhalten.

-> so rasch als irgendwie selbst tun. (=Tagesliste)

2) wichtig – nicht so dringend:

Die Urlaubsplanung für das kommende Frühjahr.

An einem Persönlichkeitsentwicklungsseminar teilnehmen.

Persönliche Lebensziele, Wünsche und Träume realisieren.

Deiner Leidenschaft nachgehen.

Hobbies.

-> Dir einen Termin in der Zukunft fixieren, ab wann alles Realität geworden sein soll. 

3) nicht so wichtig – dringend: 

Putzen, Ordnung schaffen und Wäsche waschen.

-> Gibt es eine Möglichkeit diese Aufgabe zu delegieren? 

4) nicht so wichtig-nicht so dringend:  -> einfach weg lassen

Ein sehr praktisches Tool für Menschen, die sich einfach nicht entscheiden können! Somit entsteht mehr Raum, den du mit deinem Partner in Ruhe verbringen kannst, damit ihr ganz bei euch seid.

Ich persönlich kann Zeit mit einem lieben Menschen nur bewusst verbringen, wenn ich gewisse Dinge los gelassen, andere getan und den Rest sicher geplant habe.

Ein kleiner Kontrollfreak steckt auch in mir 😉

Ich wünsche dir viel Erfolg bei der Zuordnung deiner täglichen kleineren oder größeren “Reizüberflutungen” und ganz viel bewusst erlebte Zweisamkeit mit deinen Schätzen!

Zeit die wir uns nehmen, ist Zeit, die uns etwas gibt. (Ernst Ferstl)

Schreib mir einen Kommentar: Wie ist das bei dir? Ehrlich: welche Dinge schiebst du manchmal, vor deinen Partner deine Partnerin? Und zu welcher der vier Kategorien würdest du sie zählen?

P.S. Du hast zwar genügend Zeit und Raum für einen Partner in deinem Leben eingeplant, doch es scheitert daran, dass ER auf Distanz geht?

Dann könnte es nämlich sogar daran liegen, dass er starke Anteile einer Bindungsangst in sich trägt – und das kann sich auf ganz versteckte Art und Weise im Alltag äußern.

 

 

Sei bei dir-bleib bei dir

Beitragsbild © Masson – fotolia.com

9 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

  • Ich glaube man müsste sich selbst und dann auch zusammen mit dem Partner VOR einer Beziehung (nicht gleich beim ersten Kennenlernen ;), aber z. B. wenn man diskutiert ob man eine gemeinsame Wohnung will) schon ein paar Fragen stellen. “Warum will ich eigentlich eine Beziehung? Was erwarte ich? Was wünsche ich mir? Was habe ich das ich meinem Partner geben/schenken kann? Wie bereichere ich meinen Partner (und er mich)?” Und da sich das im Laufe der Beziehung bzw. im Laufe des Lebens auch ändert, hin und wieder “aktualisieren”.

    Ich habe mich diesen und ähnlichen Fragen (leider) erst nach zwei gescheiterten Ehen und doch relativ vielen kurzzeitigen Beziehungen gestellt. Und ganz ehrlich…meine Antworten haben mich selbst erschreckt.

    Antworten
    • Lieber Sepp!

      Danke für deinen umfangreichen Kommentar!
      Ich finde auch, dass es ganz wichtig ist, seine eigenen Werte und die Werte, die du in deiner Beziehung leben möchtest zu kennen. Und die schönen Momente, die wir tätlich erleben dürfen, nicht als zu selbstverständlich zu sehen.

      Zum Glück können wir Menschen aus Fehlern lernen, und Antworten die uns erschrecken, lassen uns zumindest schneller einen anderen Kurs einschlagen!

      Alles Liebe,
      Michaela

      Antworten
  • Super artikel. Wir sind manchmal so was von zugetrönt, das das Wichtigste, nämlich mein Schatz, in Vergessenheit Gerät. 🙂

    Antworten
    • Lieber Karl!

      Das ist schade, weil “Zudröhnung” mit To do´s, ähnlich wie mit Drogen, ja betäubt. Und zwangsläufig bekommst du dann viel weniger von dem, was gerade im Moment passiert, mit.

      Freut mich, dass du deine Prioritäten schon geordnet hast 🙂

      Antworten
  • Nils Terborg
    7. Februar 2014 14:20

    Eisenhower für die Partnerschaft, grandios!:-]

    Bei meinen Großeltern funktioniert das alte System noch, aber heutzutage gibt es glaube ich zu viel Ablenkung, daher muss man sich glaube ich wirklich mehr Gedanken darüber machen, wie man die Partnerschaft weiter entwickelt.

    Hilfreich finde ich in diesem Zusammenhang auch Veränderungsmodelle. Deren Botschaft ja meistens ist: Schon dann handeln und Verbesserungen einleiten, wenn noch alles gut läuft. Aber ok, da steckt jetzt wirklich viel männliche Rationalität hinter…

    Antworten
    • Lieber Nils!

      Stimmt, wobei meine Großeltern sind noch so aktiv bei verschiedenen “Events” mit dabei, auch für Sie könnte das Eisenhower Modell hilfreich sein 🙂 Ich werde es ihnen bei Gelegenheit näher bringen…

      Reflexionsfähigkeit und männliche Rationalität gehören dazu und sind meiner Meinung nach ein wesentlicher Faktor zur Gestaltung erfüllender Beziehungen! Und wenn du dann auch noch auf ein aufkommendes Gefühl hörst, und deine Wünsche sofort ansprichst, bist du auf der sicheren Seite.

      Danke für deinen Input!
      Lg, Michaela

      Antworten
    • es könnte auch daran liegen, dass man heute einfach zu viel erwartet? Es muss ja immer schöner, größer, besser werden
      Die Idee stammt nicht von mir, sondern von einem Psychologen (?), der einmal im deutschen Fernsehen davon gesprochen hat, dass man heute einfach suggeriert bekommt, dass man immer mehr haben muss. Wenn einmal keine Schmetterlinge mehr da sind, und das passiert, gibt man gleich auf, denn da draussen gibt es ja noch andere. Es muss alles perfekt sein. Daher am besten gleich weitersuchen, schnell die Tür hinter sich zuschlagen, denn dahinter gibt es etwas neues.

      Was aber nicht heißt, dass es früher immer geklappt hat (sah ich bei meinen Eltern; weil man eben zusammenbleibt, wurde das so gehandhabt, auch wenn es in purem Hass geendet hat)

      Lg Bettina

      Antworten
  • Irgendwie fühl ich grad das Bedürfnis, mich dazu zu äußern, obwohl ich eigentlich garnichts dazu zu sagen habe, da ich Single bin.

    Vielleicht tippen grade deshalb meine Finger jetzt irgendwas, mit dem mein Kopf wenig zu tun hat, weils aus dem Bauch kommt. Ich bin grad selbst gespannt, was in den nächsten Zeilen zu lesen sein wird 😉

    Es ist nicht so einfach, schlicht alles mit einer Liste abhaken zu wollen. Eine Beziehung soll von Herzen kommen: wenn der Partner darin de facto eigentlich nicht mehr vorkommt, nützt es auch nichts mehr, Prioritäten neu zu ordnen. Natürlich kann die Klassifizierung nach wichtig / weniger wichtig, dringend / weniger dringend ein Indikator für den Stand der Beziehung sein – wenn diese selbst dort eingeordnet wird. Aber das Wahre muss von innen kommen und von beiden Partnern in tiefer Hingebung zusammen kreiert werden. Sonst ists doch nix!

    Antworten
    • Lieber Ben!

      Danke für deinen Kommentar, du hast recht! Das Tool ist ein reines Zeitmanagement Tool und Beziehungen können sollten weder gemanagt noch Zeit in Beziehungen investiert werden!

      Sondern Zeit darf mit dem Partner verbracht und vorallem genossen werden, von Herzen!

      Antworten

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