Das 1×1 der emotionalen Wärme für Kopfmenschen

3 Minuten Exkurs im Spürtraining – für ein Mehr an Lebendigkeit und emotionaler Wärme in deinem Leben.

Hast du schon einmal das Feedback bekommen du seist „kalt“? Nicht verständnisvoll und auf deinen eigenen Vorteil bedacht? Oder du würdest nur in deiner eigenen Welt leben?

Hast du ein komisches Gefühl dabei, wenn dir Menschen zu nahe kommen? Dich drücken, knuddeln und umarmen?

Sehnst du dich nach Liebe und Nähe doch gleichzeitig überfordert dich zuviel Nähe rasch?

Hast du manchmal vielleicht sogar Tränen in den Augen, wenn du beobachtest wie liebevoll andere Menschen miteinander umgehen?

Dann ist es höchst wahrscheinlich, dass du eher dazu tendierst ein Kopfmensch zu sein und irgendwann aus gutem Grund deine Gefühle etwas beiseite geschoben hast. Mit gutem Grund meine ich, dass es damals ein Schutzmechanismus war, den du heute aber womöglich gar nicht mehr brauchst, und der dich blockiert.

Aber nur keine Panik, ich kenne das und es gibt Wege um tatsächlich unseren Gefühlen wieder Schritt für Schritt mehr Raum in unserem Leben zu geben.

Wesentliches, dass wir im Laufe der Zeit verlernt haben

Ich benutze hier absichtlich das Wort wesen-tlich, weil es, wenn wir auf die Aussagekraft unserer Sprache achten, so viel besagt.
Wesen-tlich zu sein bedeutet für mich das eigene Wesen in uns wahrzunehmen und darauf zu hören, was es uns zu sagen hat.

Beim heutigen Overkill an Möglichkeiten und in der oft nach Leistung schreienden Gesellschaft haben wir oftmals verlernt, uns auf den Ursprung und die Einfachheit des Lebens zu besinnen. Haben verlernt auf unsere Intuition zu hören, unserem Gefühl zu vertrauen und herzlich nach Außen zu sein.

Dabei sind unsere Gefühle doch so ein bedeutender Wegweiser und so eine immense Hilfe bei Entscheidungen, besonders dann wenn wir uns mit rationalen Gedanken und Fakten im Kreis zu drehen scheinen.

Fragen die du mit reinem Verstand nicht beantworten wirst können

– Welche Menschen in meinem Leben tun mir gut, und welche Menschen rauben mir Lebensenergie?
– Ist er/sie der/die „Richtige“ für mich?
– Was will ich überhaupt? Wonach sehne ich mich tatsächlich?
– Wie fühle ich mich so richtig lebendig?
– Hat es jetzt Sinn um diese Liebe zu kämpfen?

Du sehnst dich nach mehr Gespür in deinem Leben? Nach Liebe und Wärme? Was du sofort selbst tun kannst

Falls du gerade Single bist oder dich auch in einer Beziehung einsam fühlst, was durchaus möglich ist – dann möchte ich dir folgende Inspirationen näher bringen. Zum einen um dir zuerst einmal selbst nahe zu sein und zum anderen um deine Beziehungen auch so richtig geniessen und annehmen zu können.

Geh genauso liebevoll mit dir selbst um, wie du es dir von einem Partner wünschen würdest

Das beginnt schon dabei, wie du mit dir selbst sprichst, wie du selbst über dich denkst.
Fokussiere dich, auf die innere Stimme die dir gut gesonnen ist oder mach sie noch besser. Rede sanftmütig und aufbauend mit dir, so wie du mit einem Kind oder einem sehr liebgewonnenen Menschen sprechen würdest.

Ein guter Tipp meiner Freundin und Bloggerkollegin Viktoria Pfeiffer war es kürzlich, dich jedesmal wenn du bei einem Spiegel oder Schaufenster, oder Autofenster vorbei gehst, selbst zu loben.

Why not?

Und wieder ist dieser eine Satz sehr bedeutungstragend:

[Tweet “Nur wer sich selber schätzt, kann für einen anderen ein Schatz sein.”]

Re-connecte dich mit deinem Körper

Wie? Ich bin doch in meinem Körper, also wie meinst du re-connecten?

Nun ja, wenn wir den liebe langen Tag in Gedanken versunken sind, wie ferngesteuert unsere To´do´s erledigen – dann vergessen wir tatsächlich darauf, unseren Körper bewusst wahrzunehmen.

Oder wie fühlt sich gerade deine rechte kleine Zehenspitze an?

Doch unseren Körper ganzheitlich zu spüren erdet uns einfach unglaublich und ist die Voraussetzung dafür, dass wir auch Emotionen spüren und lokalisieren können.
Außerdem können unsere Gedanken nicht so flott dahin „querulieren“ wenn wir uns gerade auf unseren Körper fokussieren. Damit sind sie nämlich natürlicherweise überfordert.

Möglichkeiten um deinen Fokus wieder mehr auf deine Körperwahrnehmungen zu lenken:

  • Sport: Bewegung an der frischen Luft, im Fitnesscenter, Yoga oder einfach nur ein kleiner Spaziergang
  • Meditation: Jede gute Mediation oder Entspannung beginnt damit dich zuerst auf deine Körperwahrnehmung zu fokussieren (das App mit dem ich täglich meditiere: www.headspace.com
  • Berührungen und Umarmungen: auch wenn es für dich ungewohnt ist, oder vielleicht in deinem Freundes- und Familienkreis nicht so üblich ist : begib dich aus deiner Komfortzone und beginne Menschen wieder aufrichtig zu umarmen. Nicht nur provisorisch, für ein paar Millisekunden und mit gesundem Abstand. Sondern wirklich lange, intensiv so richtig Herz an Herz. Spür die Körpertemperatur des anderen, hör den Herzschlag und drück einmal noch so richtig nach.
  • Zeitfüller gefühlvoll überbrücken: Wenn du in der U-bahn sitzt, im Bus, im Auto, auf einer Parkbank etc. dann nutze diese Zeit um deine Körperwahrnehmung zu schärfen. Wie fühlst sich aktuell der Boden auf dem du stehst oder der Untergrund auf dem du sitzt an? Wie fühlst du dich im Moment?
    Ist dir gar nicht aufgefallen?

Wenn dir das zuviel ist, dann beginne dich selbst zu umarmen, zu streicheln zu berühren. Kinder tun das ganz intuitiv um sich zu beruhigen oder einfach wenn es ihnen gut geht.

Warum also diese Fähigkeit nicht im Erwachsen-Sein benutzen?

Ob Kopf- oder Gefühlsmensch – jeder von uns hat gewisse Talente mit in die Wiege gelegt bekommen

Wir lernen unsere Gewohnheiten und Verhaltensweisen durch Imitation. Und wenn bei dir in der Familie eher ein distanzierter Umgang gepflegt wurde, dann ist das voll ok.

Oft können Eltern, die selbst wenig emotionale Wärme von ihren Eltern bekommen haben, diese auch nicht weitergeben. Sondern zeigen ihre Liebe eben auf andere Art und Weise. Gutes Essen, gute Versorgung, Überprotektion, mit Geschenken überhäufen, etc…

Wenn du wenig emotionale Wärme bei deinen Eltern beobachtet hast und auch weniger davon „bekommen“ hast, dann wird es dir naturgemäß auch schwerer fallen Herzlichkeit und Liebe zu zeigen.

Doch wie gesagt, du kannst diese Wärme erstens Schritt für Schritt in dein Leben integrieren und das Schöne ist, es gibt da draußen viele Menschen die sehr emotional sind. Vielleicht schon zu emotional…

Doch diese Menschen wünschen sich eine Ergänzung und zwar einen Gegenpart, der sie zurück auf den Boden holt, wenn sie gerade emotional abheben.
Und umgekehrt, du kannst dir ein Stückchen von ihrer Wärme und Liebe mitnehmen und Schritt für Schritt dazu lernen.

Das muss jetzt nicht gleich ein Partner im Sinne einer romantischen Beziehung sein, das kann auch durchaus eine Freundin ein Freund mit diesem Talent sein.

 

Sei bei dir- bleib bei dir

P.S. Ich ordne mich eher den rationalen Menschen zu und habe für mich, weil es mir einfach persönlich wichtig ist, Schritt für Schritt mehr Gespür für mich selbst und andere entwickelt und in mein Leben einfließen lassen. Und ich bin sehr dankbar dafür, dass ich jetzt viel mehr spüren darf! Meine Techniken kennst du ja nun!

Wie sieht es mit dir aus? Wie kommst du in Kontakt mit deiner emotionalen Wärme und mit deinem Gespür?

6 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

Schöner Artikel! Ich habe oft den Eindruck, dass Menschen gerade den “großen” Gefühlen gegenüber wenig achtsam gegenüberstehen. Oft klingt es für mich so, als ob man Angst haben müsse, sich hier und da mal zu verlieben. Dabei ist das doch total menschlich und letztlich entziehen sich solche starken Gefühle sowieso unserer Kontrolle…

Also, mehr schöne Gefühle für alle! 🙂

Antworten

    Hi Nils!

    Super Aussage: “Mehr schöne Gefühle für alle!”

    Bin ganz deiner Meinung, ich finde es so schön wenn wir im wahrsten Sinne des Wortes Schmetterlinge im Bauch haben. Und dann ist es auch schön uns einfach von diesem Gefühl treiben zu lassen, anstatt es vor lauter Angst verletzt zu werden diese intensiven Gefühle gleich zu verdrängen.
    Ein Plädoyer für die Liebe 😉

    Alles Liebe,
    Michaela

    Antworten

Ertappt!!!
Genau das hab ich für mich schon reflektieren können und auch woher es kommt (Familie) und die Ersatzhandlungen (Geschenke, Geld, Protektion, etc.).
Dadurch wirke ich aber auf viele Leute kühl und distanziert. :-/
Und ich tue mich schwer das heute zu lernen, aber weniger zu geben als anzunehmen!

Antworten

    Liebe Eva!

    Danke für deine Offenheit, es ist schön zu wissen, dass wir mit diesen Themen nicht alleine sind!

    Am besten gefällt mir der Zugang sich dem Liebe “annehmen” step by step anzunähern. Und nicht mit sich selbst zu hadern, wenn es mal nicht geht!

    Liebe Grüße,
    Michaela

    Antworten

      Ja, es ist wirklich schön, zu wissen, daß man nicht alleine ist mit den gleichen Themen! 🙂
      Ich durfte das auch zuletzt auf einem mir wichtigen Seminar erleben – es war verblüffend, denn JEDER, wirklich jeder bzw. jede, trägt sein Pinkerl mit sich….oftmals ungesehen und mit zu wenig Selbstliebe (hadern mit sich selbst).

      Schön, daß Du diesen Artikel geschrieben hast, liebe Michaela!
      Danke 🙂

      Antworten

Schön meine 5 einfachen Tipps sich selbst etwas Gutes zu tun bei dir wieder zu finden.

Große Schaufenster laden ja regelrecht dazu ein sich selbst ein Kompliment zu machen. 🙂 Geht ja gar nicht anders!

Alles Liebe,
Viktoria

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