Kontrolle ist gut – VERTRAUEN ist besser, oder umgekehrt?

Warum dein Grundvertrauen möglicherweise erschüttert ist und wie du es schaffst den Menschen, die es aufrichtig verdient haben, wieder zu vertrauen. Und all das, ohne dem beinahe gefährlichsten Gesetz der Welt zu unterliegen.

Kennst du die Situation, nachdem es mit einer Beziehung nicht so recht funktioniert hat oder eine Trennung hinter sich haben oder noch gerade drinnen stecken, voller Verbitterung die Worte:

„Werde ich je wieder vertrauen können?

Nach allem was mir passiert  ist, nach dieser Enttäuschung, werde ich wieder Nähe und Gefühle ja sogar Liebe zulassen können?

Ich habe solche Angst wieder zurückgewiesen oder gar verlassen zu werden.

Und wo ist die Grenze zwischen naivem “alles hinnehmen” und echtem Vertrauen?“

Ja, du kannst vertrauen, und das wirst du auch.

Denn ohne Vertrauen als Basis, wird dich keine Beziehung erfüllen.

Ich gehe sogar einen Schritt weiter.

Ohne gesundem Grundvertrauen dir selbst und überhaupt deinem ganzen Leben und deinem Umfeld gegenüber, machst du es dir nur unnötig schwer.

Wenn du hinter jeder Ecke und in jedem Menschen den Fehler suchst, (das hat übrigens auch viel mit deinem Selbstbewusstsein zu tun) und deinen Fokus drauf richtest, was dir nicht alles passieren oder angetan werden könnte – dann unterliegst du einem der gefährlichsten Gesetz der Welt.

 

Der selbsterfüllenden Prophezeiung!

Achtung vor der gefährlichsten Falle überhaupt- der selbsterfüllenden Prophezeiung

Ich bin der festen Überzeugung, dass unsere Gedanken unser Leben immens beeinflussen. Nicht nur, dass unsere Gedanken und die Erwartungen dahinter unser sichtbares Verhalten und somit die Konsequenzen und somit die Realität aktiv lenken – der Zusammenhang kann noch viel deutlicher werden:

Ein Beispiel:

Eine Frau ist ohne offensichtlichen Grund wahnsinnig eifersüchtig. Das kann verschiedene Ursachen haben. Vielleicht hat sie in ihrer Kindheit ein Defizit an elterlicher, emotionaler Zuwendung erfahren. Zudem hat sie auch noch ein ganzes Paket an negativen Erfahrungen in ihrer Vergangenheit gemacht und wurde auch von ihren Partnern oft alleine gelassen. Dass sie wie magisch Männer in ihr Leben zieht, die eigentlich gar nicht bindungsfähig sind, ist ihr nicht offensichtlich bewusst.

Und jetzt kommt die selbsterfüllende Prophezeiung ins Spiel: Selbst wenn sie einen Partner findet, der ein wirklich aufrichtiges und ehrliches Interesse an einer Liebesbeziehung mit ihr hat:

Er wird sie früher oder später belügen, hintergehen oder im schlimmsten Fall verlassen!

Warum? Weil sie es ohnehin erwartet. Vielleicht wirft sie ihm vor lauter Eifersucht schon ständig Dinge an den Kopf, die an den Haaren herbeigezogen sind, oder sie verhält sich indirekt so, als ob für sie der Ausgang der Beziehung ohnehin klar wäre. Sie malt sich die furchtbarsten Szenarien aus. Weil sie es nicht anders zu kennen glaubt. Das können auch ganz lantente, also nicht wirklich sichtbare Verhaltensweisen sein. Millisekunden, in denen sie ihm ihm signalisiert :

„Du wirst mich verlassen, wie alle anderen zu vor auch.“

Und selbst wenn er nie die Absicht gehabt hat, an diese Verhaltensoption überhaupt zu denken, wird er es tun. Weil er sich wie von unsichtbarer Hand scheinbar dazu gezwungen fühlt.

Die Ursachen für fehlendes Vertrauen sitzen tief

Wie so oft liegt unsere Angst verlassen oder verletzt zu werden darin begründet wie wir aufgewachsen sind. Welche Dynamiken sich in der frühen Beziehung zu unseren Eltern abgespielt haben und welche familiären Muster wir durchlebt haben.

Doch das bedeutet nicht, dass du aus diesem goldenen Käfig nicht ausbrechen kannst!

Vorangegangene negative Erfahrungen können unsere Wahrnehmung und unsere Erwartungen – und somit auch das, was uns tatsächlich widerfahren wird, beeinflussen.

Tony Robins hat diesbezüglich einen schönen Satz formuliert:

Wir sollten Tag und Nacht vor den Toren unserer Wahrnehmung wache halten.

Wie soll ich wieder vertrauen können?

Auch wenn es dir in gewissen, momentan ausweglos erscheinenden Situationen schwer fällt:

[Tweet “Du bist nicht deine Vergangenheit!”]

Richte deine ganze Aufmerksamkeit auf das Hier und Jetzt, auf den gegenwärtigen Moment. Ich könnte sagen: “visualisiere deine Zukunft, mal dir deinen Traumpartner und das Leben mit ihm in den buntesten Farben aus…”

Mittlerweile tendiere ich aber dazu, den Dingen einfach Raum zu geben, sie kommen zu lassen. Den Weg zu gehen und aufmerksam zu beobachten, welche Türen sich öffnen. Und wenn du den Weg mutig entlang schreitest werden sich Chancen bieten.

Und du wirst nicht blindlings auf ein imaginäres Ziel zuzurasen.

Um den Mut zu haben Vergangenes abzuschließen und zurück zu lassen braucht es eine essentielle Zutat.

Der entscheidende Faktor ist:

Ein gewisses Maß an Zuversicht und Grundvertrauen!

Grundvertrauen, dass es gut ist, wie es ist.

In erster Linie Vertrauen in dich selbst, Vertrauen in dein Leben und Vertrauen darüber eine Entscheidung die du getroffen hast auch zu gehen.

Und es ist egal ob es sich um eine private oder berufliche Situation handelt: Du wirst spüren, wann es für dich Zeit ist den Kurs zu ändern, zu springen und dich treiben zu lassen. Und somit neuen Erfahrungen und neuen Menschen die Chance geben, dich und dein Leben zu bereichern.

P.S. Auch ich habe diese Woche eine für mich persönlich extrem wichtige Entscheidung getroffen. Ich habe dafür all meine Ängste, Sorgen und Erwartungen, die ich manchmal glaube erfüllen zu müssen, über Bord geworfen. Alle angestauten Emotionen los gelassen. Und ich fühle mich frei. Ich fühle mich sicher. Und ich vertraue. Vertraue darauf, dass es die richtige Entscheidung ist und mein Mut belohnt werden wird. Vertraue mir selbst, meinem Leben und meinem Umfeld.

Schreib mir einen Kommentar: Wem oder was in deinem Leben schenkst du dein Vertrauen?

Sei bei dir- bleib bei dir

Beitragsbild © Masson – Fotolia.com

13 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

  • Sehr schöner Beitrag Michaela,

    sehr viel Wahrheit und Inspiration. Wann fange ich an mir wieder selbst zu vertrauen. Das ist ein sehr mutiger Schritt und hat mit der Herausforderung, sich seinen Ängsten zu stellen, zu tun.
    Immer wieder auch eine Herausforderung für mich. Wünsche dir viel Erfolg & Erfüllung mit deiner getroffenen Entscheidung.

    Lieben Gruß

    Matthias

    Antworten
    • Lieber Matthias!Ich danke dir!Aber was wäre unser Leben ohne diese Herausforderungen?Ein Leben in der Box wahrscheinlich…Alles Liebe und auch dir viel Erfolg, Michaela

      Antworten
  • Hallo Michaela,

    ich schenke dem Leben Vertrauen.
    Seit ich dieses Vertrauen habe, hat sich mein Leben stark verändert.

    Lebensfreude, Glück, Liebe…

    Danke für den tollen Artikel.
    Lg
    Robert

    Antworten
  • Liebe Michaela,

    für mich ist das Vertrauen in mich, mein Gefühl und meine Leidenschaft ein wichtiger Baustein, um auch anderen Menschen zu vertrauen, Es ist schön, dass es Dich und Deinen Blog gibt, der immer wieder neue Impulse setzt.

    Alles Liebe,

    Marko

    Antworten
    • Lieber Marko!

      Danke für die sehr lieben Worte. Auch dir Danke, wir alle tun gemeinsam Bedeutsames! Und unser Gespür weiß schon, was gut für uns ist 😉

      Alles Liebe und bis bald,
      Michaela

      Antworten
  • Hallo Michaela,

    danke für deinen inspirierenden Artikel.

    Manchmal ist es nicht einfach sichs einen Ängsten zu stellen oder man reagiert zu spät, aber ich durfte auch schon des Öfteren die Erfahrung machen, dass es sich auszahlt… ich habe vor einigen Monaten meinen Job gekündigt ohne etwas Neues zu habe und viele haben gemeint, dass es dumm oder unvernünftig ist, aber ich habe einfach gespürt, dass es jetzt Zeit ist bzw. eigentlich schon viel früher so sein hätte sollen… und jetzt habe ich einen super tollen Job gefunden und gehe wieder jeden Tag gerne zur Arbeit und bin froh, dass ich vertraut habe, dass sich das richtige zum richtigen zeitpunkt ergeben wird 🙂

    Alles Liebe ,Stephanie

    Antworten
    • Liebe Stephanie!

      Sehr gerne! Das kann ich sehr, sehr gut nachvollziehen. Danke für deinen Kommentar und ich gratuliere dir zu deinem mutigen Schritt. Und dein Vertrauen wurde scheinbar schon belohnt! Mit einem erfüllenden Job, der dich sichtlich glücklich macht! 🙂

      Alles Liebe,
      Michaela

      Antworten
  • Liebe Michaela
    Vertrauen ist ein riesiges Thema, danke für den spannenden Artikel! Ich bin in meinem Leben auch schon hintergangen worden und dachte mir dann im ersten Moment, dass das vielleicht Spuren hinterlässt. Was mir dann aber geholfen hat, war zu verzeihen. In einem Buch über Trauerbewältigung habe ich gelesen, dass Vergebung ein aktiver Prozess ist (kein passives Geschehenlassen) und das hat mir unheimlich gefallen und erweist sich in meinem Leben auch als nützlich.
    Liebe Grüsse & ich gratuliere dir, dass du so eine wichtige Entscheidung getroffen hast
    Julia

    Antworten
    • Liebe Julia!

      Danke für deinen Kommentar und deine motivierenden Worte! Bin deiner Meinung, sobald wir uns als Opfer (also wie du sagst passiv) sehen, fühlen wir uns ohnmächtig und haben wahrscheinlich nicht die Kraft zu vertrauen.

      Alles Liebe,
      Michaela

      Antworten
  • Liebe Michaela
    Mir ist diese Selbsterfüllende Prophezeiung und meine eigene Wahrnehmung bewusst. Mir ist auch bewusst, dass es mir an gewissem Grundvertrauen mangelt und woher das dieser Mangel kommt.
    Nun befinde ich mich in einer Beziehung und bin unsicher. Immer wieder überkommen mich Ängste und lauter Szenerien wie er mich verlässt spielen sich vor meinem inneren Auge ab.
    Irgendwann habe ich damit angefangen mir immer das Schlimmste auszumahlen um, wenn es den eintreffen würde, nicht davon überrascht zu werden. Ich traue mich kaum mir eine schöne. mögliche Zukunft mit ihm vorzustellen.
    Ich arbeite aber sehr daran, ich möchte es unbedingt ablegen können und einfach geniessen.
    Ich bin überzeugt dass ich es hinkriegen werde ich brauche bloss Zeit.

    Herzlichen Dank für deinen Bericht, er ist sehr übersichtlich und verdeutlicht das Zusammenspiel von Erwartung und Wahrnehmung.

    Antworten
  • Hallo Michaela!
    Also als 1. ich bin lesbisch und in einer Beziehung. Meiner Freundin geht es psychisch momentan nicht so gut. Mordgedanken, stress bei der Arbeit und angst vor Ihrer Abschlussprüfungen, da sie noch in der Ausbildung ist. Wir hatten auch in letzter Zeit viel Diskussionen über Ihre Ex-Freundin und dass hat sie auch kraft gekostet. Sie ist ein ganz anderer Mensch, wenn sie in dieser Phase ist. Sehr kaltherzig und kann fast keine Liebe zeigen, da die Gedanken zu viel sind. Sie meinte auch, es läge nicht an mir, sie müsse nur ein bisschen Zeit für sich haben und sobald es ihr besser geht, können wir uns wieder normal treffen. Da wir nicht gerade in der nähe voneinander wohnen tauschen wir uns, wie gewöhnlich, über Whatsapp aus. Sie liebt mich, ist immer ehrlich zu mir und redet auch mit mir, wenn sie etwas belastet aber momentan fällt es ihr schwer mir Liebe zu geben. Auch Physisch. Leider hab ich in meiner früheren Beziehung fast das gleiche erlebt. Meine Ex wollte mir nie erzählen wie es ihr wirklich ging und da bekam ich angst, ich wollte, dass es ihr gut geht. Sie verlangte von mir genau das gleiche wie meine jetzige Freundin, nur mit der Bedingung, dass ich ihr nicht einmal Nachrichten schreiben durfte. Die kürzeste Zeitspanne war 3 Tage und die längste 2 Wochen in der ich kein Kontakt zu ihr haben durfte. Darum fing ich an zu klammern, sobald wir wieder Kontakt hatten, weil ich angst hatte verlassen zu werden. Genau das passierte dann auch. Diese angst war so enorm, dass ich sie anfing unbewusst zu kontrollieren und sie sich immer mehr zurück zog. Ich merke momentan, dass wieder ähnlich ist, nur mit dem unterschied, dass ich durch meinen Fehler gelernt habe. Ich weiss ich muss mich zurückhalten und bis jetzt klappt es auch, da meine Familie mir hilft mich davon abzulenken und mir Mut zuspricht, dass alles wieder gut kommt und sie wirklich nur Zeit für sich bräuchte. Sie weiss auch schon, wie sie vorgeht, weil das nicht das erste Mal ist, dass sie so ne Phase hat. Sie schreibt alles auf, was ihr im Kopf umher schwirrt und vernichtet nachher das geschriebene, macht ein oder zwei Termine bei Ihrer Psychiaterin, verbringt viel Zeit mit der Familie und macht das worauf sie gerade Lust hat. Jedoch kommt der Gedanken doch immer wieder hoch, dass sie mich trotzdem verlassen könnte, da ich ihr zu viel bin. Ich kann ihr wirklich vertrauen. Nur mein Kopf stellt sich in letzter Zeit die schlimmsten Szenarien vor und es raubt mir soviel Energie, dabei weiss ich wirklich, dass diese Phasen bei Ihr nur dann auftreten, wenn sie enorm unter Druck steht in Ihrem Leben. Das kleinste “Problem” war wirklich das mit der Ex-Freundin. Sie weiss im Moment einfach nicht, was sie will und was mit Ihr los ist und genau aus dem Grund braucht sie Zeit zum das herauszufinden.

    Seit ich deinen Blog gefunden habe, fällt es mir mit einigen Sachen leichter. In der Zeit, in der sie für sich ist, bin ich oft auf deiner Seite und lese mich durch verschiedene Artikel durch und finde immer wieder etwas wo ich denke “Das Verhalten hab ich auch”. Ich bin auch seit einem Jahr bei einem Psychiater, da ich Depressionen hatte und da konnte ich auch schon vieles bezüglich meiner früheren Beziehungen verarbeiten. Es gibt einfach noch so “kleine” Sachen wie genau jetzt, wo ich mich noch nicht so recht zu helfen weiss obwohl ich mir von allen möglichen Leuten Rat eingeholt habe und jede Person das gleiche gesagt hat. Ich soll meiner Freundin einfach Zeit lassen. Je mehr sie für sich ist, desto schneller kann sie sich auch bewusst werden, was mit ihr los ist und wir können wieder normal in der Beziehung weiter machen.

    Antworten

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