Warum verlieben wir uns in Männer, die bereits vergeben sind?!

Die vier häufigsten Gründe warum wir uns freiwillig in eine solche Situation hinein manövrieren, und welche immense Rolle der Zeitpunkt hierbei spielt.

Diese eine Frage taucht immer und immer wieder zwischen den Zeilen auf. Und inzwischen habe ich ziemlich gute Antworten, für die manchmal ziemlich präkere Tatsache gefunden, dass wir uns während gewisser Lebensphasen zu vergebenen Männern hingezogen fühlen.

Wenn es eine Phase bleibt ok, doch was kannst du tun, wenn du darunter leidest und sich dieses Beziehungsmuster wie das Amen im Gebet wiederholt?

Zu allererst braucht es ein Aha-Erlebnis

Der Schlüssel zur Erkenntnis ist wie so oft die Einsicht, dass wir selbstbestimmt die Wahl haben, was wir uns Wort wörtlich im Hinblick auf die Liebe, die ja eigentlich schön und erfüllend sein könnte, selbst antun. Und gleich im nächsten Atemzug die positive Schutzfunktion hinter unserem aktuellen Verhalten erkennen.

Deshalb habe ich die vier häufigsten Gründe, die ich für die Situation,

“ich fühle mich zu einem Mann hingezogen, und die Art der Beziehung erscheint mir aussichtslos“,

finden konnte.

Unter aussichtsloser Situation kannst die viel hineininterpretieren:

  • Er ist buchstäblich vergeben (in einer fixen Beziehung lebend, verheiratet, verlobt, …)
  • Er ist für dich aus verschiedenen Gründen unerreichbar (er lebt im Ausland, er zeigt wenig Interesse an einer dauerhaften Beziehung mit dir,…)
  • Er hat eindeutig andere Prioritäten (er stellt seinen Job an die erste Stelle, er hat vielleicht bereits Verpflichtungen die auf seiner Liste ganz oben stehen,…)

1) Wir haben selbst noch nicht genug Raum für eine Beziehung in unserem Leben

Oft sind genau jene Tatsachen, die uns am anderen am meisten aus der Haut fahren lassen, eigene Schattenaspekte von uns. Wenn du dich also beschwerst, dass jemand nicht genügend Zeit und Raum für dich in seinem Leben schafft, dann frag dich zuerst was du bereit bist zu geben. Und was du aktuell gibst.

Hast du überhaupt den notwendigen Raum, die notwendige Energie, die notwendige Hingabe um eine erfüllende Beziehung zu leben? Oder machst auch du hin und wieder Abstriche?

Was du sofort tun kannst: Schaffe Freiraum in deinem Leben, den du für einen vollen Beziehungspartner gut und gerne geben könntest. Richtig, keine Termine, nicht in Arbeit eindecken, nicht shoppen sondern freie Zeit, die du alleine mit dir verbringst.

2) Insgeheim ist die Angst vor dem Verlassen werden einfach zu groß

Ein klassischer Schutzmechanismus steckt hinter der Angst vor zuviel Nähe.

Irgendwie ziemlich ambivalent: Auf der einen Seite sind wir traurig, weil wir nicht die für uns vollwertige und intensive Beziehung, die wir uns insgeheim wünschen leben – auf der anderen Seite könnten wir den Verlust eines lieb gewonnen Menschen gerade nicht verkraften.

Was du sofort tun kannst: Beschäftige dich mit deiner insgeheimen Beziehungsvision und verinnerliche, dass dein Partner auf dich zu anstatt vor dir weg läuft. Dann wird sie schneller real, als du es für möglich gehalten hättest.

3) Unser Selbstwert ist leicht angeknackst

Wenn du dich selbst nicht aufrichtig schätzt, warum soll es jemand im außen tun?

Menschen haben sehr feine Antennen und spüren unbewusst, wenn du einen Mangel in dir durch eine Beziehung ausgleichen möchtest. Und das kann dann rasch von jemand ausgenutzt werden, der selbst einen Mangel verspürt.

Was du sofort tun kannst: Du bist die Expertin für dich selbst. Tu mehr davon was dich bei dir sein lässt, was deinen Werten entspricht, dich innerlich motiviert und antreibst.

4) Das Gefühl des Leidens ist uns bekannt, deshalb suchen wir es immer wieder auf

Klingt im ersten Augenblick vielleicht absurd, doch wir Menschen streben vehement danach, erlernte Gewohnheiten aufrecht zu halten.

Und wenn wir glauben, früher bereits verlassen worden zu sein und noch keinen positiven Ersatz für dieses Gefühl haben, dann holen wir es unbewusst immer wieder an die Oberfläche. Und empfinden dieses leiden so lange neu, bis wir den Kreis einmal schließen und etwas komplett anderes tun als bisher.

Was du sofort tun kannst: Sei dir darüber bewusst, dass die Vergangenheit nicht deine Zukunft ist, und du mit jedem Tag ein neues Kapitel in dem Buch deines Lebens schreiben darfst und kannst.

Die gute Nachricht – du stehst ziemlich sicher gerade jetzt kurz vor dem Durchbruch

Selbst wenn du gerade denkst, es gibt keinen vernünftigen Ausweg aus deiner Situation, und alles andere was passieren könnte würde dich nur mehr frustrieren, kann ich dich beruhigen.

Ich habe live und lebendig miterlebt, dass eine solche Situation oft der Vorbote einer wirklich erfüllenden Beziehung sein kann. Wahrscheinlich entsteht im Laufe der Gefühlskette, die du erlebst früher oder später das Gefühl der Wut.

Wut der beste Motor, für Veränderung.

Entweder du beschließt bewusst deine Selbstquälerei und deine zahlreichen Ehrenrunden hinter dir zu lassen, und etwas ganz Neues aufzubauen, und diesmal mit allen Aspekten, die du dir von einer erfüllenden Beziehung wünscht – oder es kann auch aus einer Beziehung die ausweglos erschien etwas werden.

Indem du, indem ihr, die Beziehung für euch ganz neu definiert und gestaltet. Als ob ihr euch ganz neu kennen lernen würdet. Auch da wärt ihr nicht die ersten.

Wenn du noch mehr und tiefergehende Informationen speziell zum Thema „Seitensprung in Beziehungen“ haben möchtest, und wie auch aus einer Affaire eine Beziehung werden kann, kann ich dir mein Interview mit der Bestsellerautorin Pamela Obermaier zum Nachhören sehr empfehlen.

Bitte hinterlass mir einfach einen Kommentar, wenn du noch weitere Gründe ermittelt hast, die dazu führen, dass wir uns während gewisser Lebensphasen nach dem Motto „wo die Liebe hinfällt“ verlieben, und dann nicht weiter wissen, wenn wir anstehen. Um allen in dieser Phase heute ein großes Stückchen weiterzuhelfen.

 

Sei bei dir – bleib bei dir

Michaela Forstik

Beitragsbild © rubtsov89 – Fotolia.com

11 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

  • Hi Michaela,

    schöner Artikel, ich kann alle Punkte (mit einer leichten Perspektivenänderung 😉 ) nachvollziehen. Aus eigener Erfahrung möchte ich aber (dann andersrum) noch einen Grund ergänzen:

    Oft verliebt man sich auch einfach in eine Person, weil man sich gut versteht und sich gegenseitig sehr offen gibt. Klar, Nähe “erzeugt” schnell sehr positive Gefühle, also auch mal Verliebt-Sein. In unserem Kopf gibt es ja keinen Notschalter, der ausgeht, wenn man bemerkt, dass die andere Person nicht verfügbar ist.

    Grundsätzlich muss das aber vielleicht auch nicht immer ein Problem sein. Ich denke, dass wir immer erwarten, dass Liebe in gleichem Maße erwidert werden muss. Bei mir kann ich das mittlerweile nicht mehr so beobachten. So lange ich das Gefühl habe, dass ich von Menschen, die mir wichtig sind und die ich liebe, geliebt werde, kann auch eine weitere Person lieben (oder in sie verliebt sein) und super damit leben, dass das anders herum vielleicht nicht so stark der Fall ist.

    Steckt da auch noch irgendein Besitzdenken hinter? Spannende Frage auf jeden Fall, die du mit dem Artikel mal wieder bei mir aufwühlst 🙂

    LG, Nils

    Antworten
    • Hi Nils!

      Und du wühlst wieder einige Gedanken zu dem Thema bei mir auf: Also ich glaube auf jeden Fall daran, dass Liebe stets ein gutes Gefühl ist, und dass wir auch Liebe verschenken können wenn sie nicht genau in gleichem Maße erwidert wird. Ja! Solange wir nicht das Gefühl haben es nimmt uns Energie, diese Liebe zu geben.

      Liebe ist eben ganz speziell und jeder gibt auf seine eigene Art und Weise.:-)

      Lg, Michaela

      Antworten
      • Ja, schön formuliert.

        Für mich ist wie gesagt dieser Punkt entscheidend:

        Wenn es in meinem Leben zu wenig Liebe gibt (kenne ich aus der älteren Vergangenheit…), dann klammere ich schnell und es tut weh, wenn die Liebe, die ich verspüre nicht erwidert wird.
        Wenn ich sowieso ständig Liebe verspüre (zu meiner Partnerin, zu Freunden, zu Familie), dann ist es für mich eher irrelevant, ob sie von 80% oder 95% oder von 100% der Leute erwidert wird. Ist ja dann genug für mich da 😀

        Antworten
  • liebe michaela,

    herrlich – genau so einen artikel wollte ich heute schreiben, danke dass du meine gedanken schon in worte gefasst hast. 🙂 ich denke es sind immer 2 schritte am wichtigsten:

    1) wenn du erkannt hast, dass es ein muster gibt – übernimm verantwortung dafür und erkenne, WAS und DAS es etwas mit dir zu tun hat. du bist nicht das opfer des (vermeintlich) beziehungsunfähigen partners, schicksals usw. da gibts das buch “jeder bekommt den partner den er verdient” 😉

    2) entscheide dich. der weitaus schwerste part meiner meinung nach. oft ringe ich selbst bei diversen fragen tagelang mit mir – kann ich den selbstbetrug noch aufrecht erhalten? will ich es? hab ich im moment die kraft für diesen schritt?

    man kann auch drauf kommen, dass man gerade in einer affaire verfangen ist, weil kein platz für mehr ist. deswegen muss man die affaire nicht beenden, aber man kann auch aufhören sich darüber zu grämen, dass es keine richtige beziehung wird.

    @ nils – mir fällt schon auf, dass du in all deinen themen immer auf die frage eifersucht/besitzdenken/fremdgehen kommst 😉

    Antworten
    • Liebe Sabine!

      Ich bin schon gespannt auf deinen Artikel, lass es mich wissen, wenn er online ist, auch gerne hier als Kommentar 🙂

      Da hat wer Nils durchschaut *g*

      Danke für die beiden praxisnahen Schritte!

      Michaela

      Antworten
    • Hallo Sabine,

      ja, da treffe ich immer wieder drauf und zwar aus zwei Gründen:

      Einmal bemerke ich in Coachings und in persönlichen Gesprächen mit Freunden und Bekannten (in denen es sich auch sehr häufig um Beziehungsthemen dreht), dass sehr wenige Menschen wirklich glücklich in ihren Beziehungen sind. Ich bin mir bewusst, dass ich natürlich keinen repräsentativen Ausschnitt der Gesamtbevölkerung habe, aber ich denke trotzdem, dass die meisten Menschen da noch viel Potenzial haben. Und jetzt der Knackpunkt: Das Thema Eifersucht kommt da so gut wie immer auf. Und fast immer steckt in den Köpfen auch ein Besitzdenken drin. Meine Meinung dazu: Besitzdenken tut in keinem Lebensbereich gut. Mehr Details finden sich in diesem Buch: http://www.amazon.de/Sex-Dawn-Stray-Modern-Relationships-ebook/dp/B007679QTG/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1421329135&sr=8-1&keywords=sex+at+dawn
      Oder etwas kürzer in diesem TED-Talk:
      https://www.youtube.com/watch?v=LJhklPJz9U8

      Und der andere Grund ist meine eigene Entwicklung: Je mehr ich mich auf Situationen konzentriere, eine positivere Weltsicht bekomme und “loslasse”, umso glücklicher werde ich. Dabei bemerke ich, dass die Richtung meiner Entwicklung in krassem Gegensatz dazu steht, was mir in Schule/Medien/Erziehung vermittelt wurde. Daher finde ich es sinnvoll, Informationen zu verbreiten, die etwas fundierter sind als unreflektierte Glaubenssätze, beispielsweise in einem klassischen Liebesfilm. Viele tun das jetzt ab und sagen “so was beeinflusst mich eh nicht”. Aber aus der Psychologie wissen wir, dass solche unterschwelligen Botschaften in den meisten Fällen sehr effektiv ankommen, oft auch ohne dass dem Empfänger das bewusst wird 🙂

      Wie gesagt, die Themenauswahl ist nicht repräsentativ. Dafür aber persönlich begründet 🙂

      Und auch wenn das jetzt vielleicht alles sehr rebellisch klingt: Ich beschäftige mich mit dem Thema seit Jahren und ich denke, dass da einiges dran ist!

      LG, Nils

      p.s.: Ich wäre auch dafür, diese Frage mal in unserer Coach-Runde zu diskutieren, bin gespannt was die anderen denken 😉

      Antworten
  • Liebe Michaela!
    Toller und sehr interessanter Artikel. Ich hätte noch einen “Unterpunkt” zur Angst vorm Verlassenwerden:
    Ich denke ein weiterer Grund dafür, dass wir uns in jemanden verlieben, der schon vergeben ist, ist der, dass keine Gefahr besteht. Im Endeffekt können wir uns total in das Gefühl des Verliebtseins hineinsteigern ohne damit Gefahr zu laufen, uns auf eine ernsthafte Beziehung einlassen zu müssen. Dies würde ja bedeuten, dass man sich wirklich öffnen müsste und somit wieder sehr verletzbar machen würde. Wenn man ehrlich zu sich selbst ist und sich in einem stillen Moment fragt, ob man WIRKLICH möchte, dass derjenige, in den man glaubt unsterblich verliebt zu sein, seine Familie/Frau/Kinder verlässt und ob man WIRKLICH bereit wäre, für eine Beziehung mit demjenigen, dann sieht die Welt manchmal ganz schnell wieder ganz anders aus 🙂
    Liebe Grüße
    Maria

    Antworten
    • Liebe Maria!

      Danke für deinen tollen Unterpunkt!

      Richtig, wenn wir dann in die Zukunft hinein schnuppern und reinfühlen, wie es sich auf Dauer tatsächlich anfühlen würde, wenn wir unser lang ersehntes Ziel nach einer Beziehung mit dem Menschen erreicht hätten, dann sieht das ganze machmal gleich etwas farblos aus.
      Oder es wird uns bewusst, dass es ohnehin nicht funktionieren würde. Meisten dann, wenn wir als Menschen unterschiedliche Werte haben, die uns antreiben!

      Lg, Michaela

      Antworten
  • “Sei glücklich und es ist egal mit wem du verheiratet/zusammen bist” (Autorin Zurhorst)

    In vielen Beziehungen findet man immer wieder, dass nach Trennungen wieder ein ähnlicher Partner/eine ähnliche Partnerin gesucht (und gefunden) wird.
    Scheinbar ist es gleich, warum wir uns genau von einem solchen Exemplar zuvor getrennt haben. Das hat u.a. auch mit unseren (Kindheits-)Erfahrungen zu tun.

    Interessanter Artikel!

    Antworten

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