Offengelegt: Was du tun kannst, wenn dein Umfeld plötzlich gegen dich zu rebellieren beginnt

Wie du eine persönliche Veränderung tatsächlich erreichst, ohne daran zu verzweifeln.

Ich stelle mal eine Frage in den Raum:

Können sich Menschen wirklich grundlegend verändern?

Es gab Zeiten, da zweifelte ich trotz meines Psychologiestudiums daran …

Mittlerweile bin ich felsenfest davon überzeugt, dass Willenskraft tatsächlich Berge versetzen kann. Und alltägliche kleine Wunder können passieren, wenn wir die passenden Ressourcen für unsere persönliche Veränderung zur Verfügung haben. Sogar sehr zügig.

Ich weiß das, aus eigener Erfahrung und momentan laufen so einige lebendige Beweise, die das beste Beispiel für gelebte Veränderung sind, in meinem näheren Umfeld herum!

Die Schattenseiten oder wenn es uns plötzlich zu gut geht

Wir tun, reflektieren, analysieren, holen uns objektive Unterstützung von Außen, recherchieren nehmen an Seminaren teil, führen ein Selbsterfahrungstagebuch, testen, passen unser Verhalten erneut an, etc …

Und wir blicken uns in den Spiegel und sind stolz darauf!

Wer vor den Spiegel tritt, um sich zu ändern, der hat sich schon geändert. (Seneca)

Doch wie sollen wir damit umgehen, wenn wir plötzlich wirklich schmerzende Aussagen zu unserem Status Quo, gerade von den Menschen zu hören bekommen, die uns viel bedeuten?

Wenn wir mal kurz die Kontrolle abgeben und dann zu hören bekommen:

“Oh Gott sei Dank bist du wieder der/die Alte..”.

Oder stell dir vor, du findest einen neuen Partner, der anders ist als alle anderen zuvor. Du weißt, dass genau das jetzt gut für dich ist. Und plötzlich sehen dich deine Freunde etwas schief von der Seite an, und in einem kurzen Moment zu zweit, rutscht ihnen plötzlich raus:

“Ich bin mir nicht sicher, ob er sie der richtige für dich ist…”

Denk daran, was passieren würde, wenn du von einen Tag auf den anderen, aus deinem beruflichen Hamsterrad aussteigen würdest, weil du deine wahre Berufung für dich entdeckt hast. Und endlich tun darfst, was dir am meisten Freude bereitet.

Und in dem Moment, als du gerade auf emotionale Unterstützung zählst, erntest du nur schockiertes und betroffenes Schweigen, oder wirst sogar für etwas ver-rückt erklärt…

Dabei hast du dir solche Mühe gegeben, und gerade alle deine Kräfte eben hin zu deiner neuen Vision mobilisiert.

Wie soll ich das unter diesen Umständen bloß schaffen?

“Wäre der Weg des geringeren Widerstandes nicht einfacher?”

“Einfach wieder so sein, wie zuvor?”

No way!

Ich glaube an den Mut und die Willenskraft jedes einzelnen, und bin ein Fan davon, bewusst den eigenen Weg zu gehen.

Weil eben nur du selbst für dich weißt, was dir gut tut.

Was du konkret tun kannst, um Gegenwind aus dem eigenen Umfeld besser zu verstehen, das Ganze gut zu handeln und diesen Wind in einen Segeln zu spüren

1. Stell dir zuerst die Frage: Was steht hinter der Ablehnung?

Hinter jedem Verhalten steckt eine positive Absicht.

Auch hinter dem Verhalten deiner Lieben dich zu kritisieren, dich zu bremsen und wenig Verständnis für deine aktuelle Entwicklung zu zeigen.

Denn eben weil sie dich lieben, haben sie Angst, dich nicht mehr lieben zu können wenn du ein „anderer“ Mensch bist.

Und weil sie dich lieben wollen, haben sie einfach Verlustangst, genau das nicht mehr tun zu können.
Aber es ist ihre Angst, die nicht berechtigt ist, wenn sie bereit sind, einen kleinen Schritt mit dir zu gehen.

2. Sieh den Konsequenzen ins Auge, noch bevor sie vor der Türe stehen

Eine meiner Klientinnen begann auf Wunsch mehr an Selbstbewusstsein und gesundem Egoismus zu gewinnen. Als ich sie nach einer Beobachtungsphase befragte, ob sie ihren wertschätzenden Umgang schon lebte, reagierte sie etwas unsicher. Zu Beginn war sie sich nicht sicher, weil sie noch nie so viel mit ihrer Familie „gestritten“ hatte, wie momentan.

Ein Indiz, dass die Veränderung funktioniert hat.

Da sie die möglichen auch „unangenehmeren“ Konsequenzen ihrer Veränderung schon kommen sehen hatte, hatte sie auch die Stärke und neue Möglichkeiten, um genau in diesen Konfrontationen auch zu bestehen und sogar Freude an der neuen Selbstbestimmung zu haben.

3. Du darfst eine Entscheidung, die du getroffen hast auch zurück nehmen

Es gibt keine Konstante im Leben, außer den Wandel.

Und dasselbe gilt auch für deine getroffenen Entscheidungen. Deine Aussagen und Taten müssen nicht in Stein gemeisselt werden.
Wenn du neue Türen entdeckst, die es zu durchschreiten gilt, oder du merkst einen „Fehler“ gemacht zu haben, kannst du jede Entscheidung die du getroffen hast auch wieder revidieren. Oder einen gänzlich neuen Kurs einschlagen.

Ob sich die Konsequenzen deiner Entscheidung ändern lassen ist offen, es geht darum, es dir selbst zu erlauben auch wieder kehrt zu machen.

Es gibt nämlich keine Rückfälle, es gibt nur Ehrenrunden!

4. Es darf auch einmal gut sein

Wenn dir einmal eine fundamentale Verhaltensänderung gelungen ist, dann birgt es tatsächlich ein gewisses Suchtpotential in sich.
Und du möchtest dich gleich dem nächsten Thema zu widmen.

Doch aufgepasst, irgendwann hast du keine Themen mehr, sondern die Themen haben dich!

Damit das nicht passiert, dürfen erreichte Ziele auch so richtig gefeiert und ausgekostet werden.

5. Kein Mensch kann Gedankenlesen

Wenn du dich veränderst, dann sprich über deine Wahrnehmung und deine Bedürfnisse. Lass die Menschen die dir lieb sind hautnah an deinem Leben teilhaben.
Am besten bringst du deine Anliegen im Sinne der gewaltfreien Kommunikation von Rosenberg an den Mann, die Frau – um Missverständnisse von vornherein zu vermeiden.

Denn manchmal glauben wir irrtümlich, auch für andere der einzige Mittelpunkt der Welt zu sein.

Doch unser Verhalten und unser Absichten, sind nicht immer eindeutig und für andere schon gar nicht so logisch, wie für uns selbst.

Fazit : Beziehungen und Freundschaften sind nichts statisches, und genau diese Dynamik macht das Zusammensein auch so spannend und erfrischend.

Ich glaube fest daran: wenn eine Bindung stark genug ist, können Menschen auch nach anfängliche Distanz wieder gut und ehrlich zueinanderfinden. Und eine neu-definierte Beziehung und Freundschaft auf Augenhöhe leben.

Welche Erfahrungen hast du im Zuge deiner persönlichen Veränderungen gemacht? Wie hat dein Umfeld reagiert?

 

Sei bei dir – bleib bei dir

Michaela Forstik

(Beitragsbild © Alexei Aliev – Fotolia.com)

9 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

  • Rosemarie Krezdorn
    2. Dezember 2014 15:14

    Genauso geht es mir zur Zeit und die meisten Fallen stelle ich mir selbst die Fallen weil ich immer mal wieder in die Vergangenheit rutsche……
    Dann habe ich nachts einen Warntraum und kann meine Richtung wieder korrigieren. Es ist trotz alledem ein mühsamer Weg.
    Wie sagte noch Don Juan in einem der Bücher von Carlos Castaneda : “Es gibt viele Wege, doch nur ein Weg hat Herz”
    In diesem Sinne….

    Antworten
    • Liebe Rosemarie!

      Sehr schönes Zitat, danke dafür.

      Ja es ist nicht leicht, aber wir sollten es uns auch nicht schwerer machen – als eine Veränderung tatsächlich ist.

      Und wenn wir in eine Falle tappen, ist es einfach wohltuend, uns das auch ab und zu zu erlauben. Bis wir dann nach möglicherweise weiteren “fails”, das nächste Mal stolz und sicher den neuen Weg gehen 🙂

      Alles Liebe, Michaela

      Antworten
  • Liebe Michaela,

    ein sehr schöner Artikel zu diesem Thema. Meiner Erfahrung nach kommt es oft im Zuge von Veränderungen in einem selbst, zu einer Neugestaltung der Freundschaften. Man zieht ja plötzlich ganz andere Personen an.
    Das kann manchmal Angst machen….doch darf auch sein.
    Habe Angst und handle trotzdem.
    Liebe Grüße
    Alexandra 🙂

    Antworten
  • Hallo Michaela 🙂
    ich habe anfangs meiner Familie viel darüber erzählt, was ich so lese und was mich beschäftigt (in Bezug auf das Erreichen von Zielen).
    Ich habe aber nach einigen leichten Streitigkeiten gemerkt, dass sie mich nicht verstehen können, weil sie eine komplett andere Sicht haben.
    Seitdem lasse ich es sein 🙂

    Viele Grüße
    Linda

    Antworten
    • Liebe Linda!

      Danke dafür, dass du deine Strategie mit uns teilst. Die Wahrnehmung unseres Umfeldes ist eben eine andere als unsere eigene. Ohne Wertung ist es wohltuend, genau das anzunehmen!

      Viele liebe Grüße zurück,
      Michaela

      Antworten
    • Rosemarie Krezdorn
      7. Dezember 2014 9:09

      Liebe Linda, das geht mir genauso.
      Als ich voller Freude meinem Umfeld von meinen Hundewander- und Schlittenhundeträumen erzählte haben sie mich nur entweder belustigt oder leicht mitleidig angeschaut. Natürlich lasse ich es jetzt aber schade ist es trotzdem.
      Rosemarie

      Antworten
  • Hallo liebe Michaela,

    ich gebe auch wieder mal meinen Senf dazu (eine etwas größere private Veränderung hat mich ein wenig 😉 in Beschlag genommen)

    neue Pläne rufen immer die “Besserwisser” – ist jetzt nicht böse gemeint – auf den Plan
    manche Menschen gratulieren zur Veränderung und stärken dich, weil sie finden, dass es schon klappen sollte

    leider gibt es die Menschen auch in der Familie, die mit den neuen Ideen nix anfangen können und nur den Kopf schütteln (sie wissen es ja auch nicht besser, weil das in der Familie einfach nicht üblich ist, sich selbsttändig zu machen), und den Verwandten kann man auch nur schwer ausweichen bzw. will es auch selbst doch nicht
    mittlerweile erzähle ich ihnen kaum noch von meinen Zukunftsplänen

    alles Liebe
    Bettina

    Antworten
    • Liebe Bettina!

      Danke auch für deinen Input! Umso weniger wir bewerten sonder genau wie du sagst, auf die Meinung anderer stehen lassen können, umso besser geht´s uns selbst damit!

      Alles Liebe und eine besinnliche Zeit wünsche ich dir

      Antworten
  • Hallo liebe Michaela,
    dein Beitrag ist etwas älter aber ich bin sehr froh ihn gefunden zu haben!

    Je mehr man sich in sich verändert. Zu der Person wird die man sein will & nach mehr selbst Erfüllung, Faszination etc. strebt. Desto mehr merke ich dass mein Umfeld oft eher Energie zieht als säht.

    Am Wochenende bin ich also ausgezogen, habe meine Wünsche und Ziele fest gehalten & den Mut gepackt für mich einzustehen. Mein Ding zu machen.

    Leider bin ich bei meiner Familie auf totales Unverständnis und keine Unterstützung gestoßen.
    Eher auf Streit & 100 mal in meinem Status quo rum drücken / als wüsste ich den nicht aber ich bin ja dabei es zu ändern.

    Manchmal lässt mich das total einsam fühlen.
    Und ich spür richtig wie dieses Verhalten etwas in mir triggert und alte Verletzungen hervor holt.

    Trotzdem gibt es für mich keine andere Option als weiter für mich einzustehen. Ich hätte nicht gedacht dass es so schwer wird, das alleine zu machen. Aber ich vertraue darauf dass es sich lohnt.

    Auf dem Weg bleiben des inneren Bauch Gefühls anstatt sich durch die äußeren Umstände weiterhin im Kreis zu drehen.

    Antworten

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