Womöglich der größte Unruhestifter in deinem Leben und in deinen Beziehungen

Er begegnet uns täglich. Und wenn wir nicht aufpassen ist er der Nummer eins Auslöser für Unwohlsein, Frust, Wut und Konflikte im Innen und im Außen.

STRESS weil zu viel zu tun ist.

Stress weil andere um uns zu viel fordern.

Stress weil wir uns selbst zuviel zumuten.

Stress weil wir etwas haben, das wir nicht mehr haben wollen.

Stress weil wir etwas wollen, das wir nicht haben können.

Stress weil wir zu viel erwarten und von uns zuviel erwartet wird.

 

[BBSocial]”Und im Stress blühen und gedeihen unsere alten Verhaltensmuster.”[/BBSocial]

Muster die wir damals als Schutzstrategie erlernt haben, die wir heute aber nicht mehr brauchen. Und die oft noch mehr Öl ins heiße Feuer gießen. Und uns bei alltäglichen Kleinigkeiten zum Austicken bringen können, wenn unsere Kräfte vorher schon zulange strapaziert wurden.

Ein ganz klischeehaftes Bespiel wäre, dass Frauen wenn es ihnen nicht gut geht und sie sich überfordert fühlen, zicken und mit Vorwürfen um sich schlagen.

Manche Männer ziehen sich unter Druck zurück und fressen vieles in sich hinein, andere explodieren nach Außen. Je nachdem welches Verhalten in ihrer Vergangenheit hilfreich war, um einem Konflikt zu entkommen.

Dass wir uns Stress immer selbst machen, ist eine weit verbreitete Weisheit. Stimmt auch.

Danach fühlen wir uns selbst schlecht und die anderen, sofern sie noch da sind ebenfalls.

Es geht auch chillig

Doch du musst dir nicht selbst deine Energiereserven rauben.

Und du musst auch nicht jedesmal deine vergangenen Verhaltensmuster wie ohnmächtig wiederholen. Und dich in deiner eigenen Haut nicht mehr wohl fühlen.

Denn jedes Mal wenn du leicht „austickst“ wird wieder einer kleines Skript dieses Verhaltensmusters in deinem Unterbewusstsein abgespeichert. Und immer und immer wieder dadurch verstärkt. Praktisch von dir am Leben gehalten.

Was du aktiv tun kannst um dich selbst und andere nicht mehr zu verletzen

Sei Gestalter deines Lebens

Damit meine ich, habe den Mut und den Willen und vor allem den Glauben daran, dass du deine Gefühle und dein Verhalten auch bewusst steuern kannst und nicht in die passive Opferrolle verfällst.

Es gab in der Sozialpsychologie Experimente an Ratten. Eigentlich ganz simpel: Versuchsgruppe 1 erhielt ihr Futter täglich und automatisiert zu willkürlichen Zeiten. Versuchsgruppe 2 konnte via einem kleine Hebel selbst bestimmen, wann sie ihre Mahlzeiten einnehmen wollten.

Und was glaubt ihr, bei welcher Variante wurden die Tiere träge, apathisch und aggressiv? Verletzten entweder sich selbst oder ihre Nächsten?

Es kommt auf das Timing an

Ich vergleiche Stress auch gerne mit einem Strudel. Auch wenn wir ganz zu Beginn mit ihm in Berührung kommen ist die Chance gleich null, nicht in die Negativspirale, in den Abgrund an Emotionen und Leid hineingezogen zu werden.

Deshalb ist es so wichtig rechtzeitig zu spüren, wenn sich in dir etwas anbahnt.

Und oft ist eine Millisekunde ausschlaggebend!

Du fragst dich zum Beispiel:

„Gehe ich heute Abend noch auf das Event? Irgendwie habe ich keine Lust und auch keine Kraft mehr…Ich wüßte genau was ich jetzt brauche, eine warmes Bad und entspannt ein Buch lesen. Aber ich habe ja schließlich zugesagt.“

Und wenn du in diesem Moment über dich “hinwegstrudelst” und das möglicherweise noch öfters tust, kannst du damit selbst eine Lawine an Stress auslösen. Bis dann irgendwann gar nichts mehr geht.

Achte auf deine Bedürfnisse. Und wenn nur ein kleiner innerer Widerstand gegen etwas oder jemanden vorhanden ist, ist er es wert, dass du hinhörst.

Die gute Nachricht: jeder Mensch hat einen inneren Stressbarometer

Eine Bekannte hat mir kürzlich erzählt:

 „Oft fühle ich mich innerlich so richtig verkrampft. Speziell wenn ich nervös bin. Ich mag dieses Gefühl gar nicht und habe in dem Zustand auch keine gute Ausstrahlung. Fühle mich nicht wohl. Was stimmt nicht mit mir?“

Sie beschrieb das Gefühl und deutete dabei auf ihre Magengegend. „Wie eine Sprungfeder die sich innerlich mehr und mehr anspannt.“

Alles stimmt mir ihr!

Sie ist einfach ein sensibler Mensch und ihr Unterbewusstsein möchte sie davor schützen zu viel zu tun, zu viel zu geben,..usw. Und sobald sie sich Situationen aussetzt die sie überfordern oder die ihr nicht wirklich gut tun, möchte ihr der Körper ein Signal senden.

Es liegt an ihr, ob sie das Signal wahrnimmt und für sich differenziert, ob es sich um eine gesunde Herausforderung oder um Dinge handelt, die ihr in Wirklichkeit schaden.

Sie hat also eine innere Sprungfeder, die sich bei zu hoher Belastung auseinanderzieht und dieses innerlich verkrampfte Gefühl hervorruft.

Ein Gefühl, das dich schützen möchte!

Ich stelle mir meinen inneren Stressbarometer eher technisch vor: wie einen Master-Volumizer, der Pegelanzeiger, der die Lautstärke der Musik – in meinem Fall den Lärmpegel der selbst erzeugten Hektik- anzeigt.

Und wenn sich auch nur ein Punkt rot einfärbt und ich es merke, stelle ich mir die Frage:

 „Was kann ich JETZT weg lassen?“

„Was tut mir gerade nicht gut?“

Umso wichtiger bei dir zu sein und auf die Zeichen im Innen und Außen Acht zu geben.

Schreib mir einen Kommentar: Wie merkst du, dass du dich gerade stresst? Hast auch du eine Metapher für deinen Stressbarometer?

 

Bis dahin

Sei bei dir-bleib bei dir

 

Ein weiterer nützlicher Artikel zum Thema Stressmanagement in Beziehungen:

Hilfe, wir führen ein Parallelleben. Lerne die Eisenhower Methode gegen Beziehungsstress kennen.

Sowie ein Blogartikel eines männlichen Kollegen und Beziehungscoach, Nils Terborg, aus Deutschland zu diesem Thema:

Heute mal nur die 3 größten Beziehungskiller. Und wie du sie vermeiden kannst!

 

Beitragsbild © Fisher Photostudio – fotolia.com

 

 

12 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

Es geht auch chillig! Toller Titel! Das war der Befehl meines Körpers, als er mich im Januar stillgelegt hat. Seit drei Monaten übe ich nun chillig zu sein. Es ist schade, dass man es oft erst versteht, wenn man es eingeprügelt bekommt. Unter Schmerzen, Tränen, Angstzuständen. Ich nenne es Entzugserscheinungen. Ja, ich hab es wie einen kalten Entzug empfunden, einfach mal NICHTS zu tun. NICHTS tun zu KÖNNEN 🙂 In guten Zeiten fühlt man sich wundervoll, leicht, einfach großartig. In schlechten Zeiten … viele Fragen:
Wie kann man SO chillig bleiben, wenn man diesen absoluten Wattebauschbereich wieder verlässt und wieder arbeiten geht, wieder im Strudel des Alltags versinkt? Es wird sich zeigen. Und ich hoffe, wünsche, bete, dass es gelingt …

Antworten

    Hi Christina!

    Finde ich einen tollen Vergleich mit den körperlichen Entzugserscheinungen, kann ich sehr gut nachvollziehen. Wenn wir von uns mehr und mehr fordern ist es enorm wichtig uns auch wieder etwas zu geben. Es muss nichteinmal lange sein, keine Stunden. Einfach nur regelmäßig und bewusst Kleinigkeiten in den Alltag einhauchen die uns gut tun.

    Ich wünsche dir viel Glück und ganz viel Gespür für dich selbst! Gespür, das auf dich aufpasst!
    Es kommt darauf an wie es dir weiterhin geht, ich bin der Meinung, dass sofern irgendwie möglich ein “Umfeldewechsel” dazu führt, dass wir seit langem wieder ganz bei uns sind und es auch bleiben. Denn wir haben uns schließlich weiterentwickelt, achten mehr auf uns. Doch unser Umfeld wird knallhart weitertun, wie bisher. Und die Gefahr aufgrund der Umstände, die wir lange Zeit gewohnt waren, wieder in unserer früheren Verhaltensmuster zurück zu fallen besteht.
    Dennoch ist es möglich und ich gratuliere dir zu deinem Mut, deiner Starke und deiner Achtsamkeit!

    Alles Liebe, Michaela

    Antworten

Das dumme ist nur, dass es einem (namentlich mir) in dem Moment wo die Angst, der Hass, die Wut hochpoppen meist nicht bewusst wird, dass das “nur” ein Gefühl ist und ich mich zurück ziehen sollte um da mal “rein zu spüren” grrrrrrrrrrrr

Antworten

    Hi!
    Das ist klar 🙂
    Nun ja aber schon alleine die Erkenntnis, dass du einmal in die Falle getappt bist hilft dir dabei das nächste Mal vorher zu merken wann der Dampfkessel kurz vorm explodieren ist. Und selbst wenn du nur im Nachhinein “reinspürst” was die Wahre Ursache hinter Gefühlen wie Frust und Wut sein könnte hilft enorm um tatsächlich Druck abzulassen.
    Was mir persönlich in meiner Partnerschaft hilft, ist ein “Zeichen”, das wir uns vereinbart haben. Es macht den anderen darauf aufmerksam, dass einer von uns gerade dabei ist das “Gesicht” zu verlieren. Geht übrigens auch unter guten Freunden. Und hilft enorm dabei, dich selbst besser kennen zu lernen.

    Was mir noch einfällt sind verschiedenen Techniken aus dem NLP. Die uns helfen sofort und dauerhaft Verhaltensänderungen herbeizuführen. Eine davon heißt “Gefühle drehen”- demnächst gibts ein Video mit einer genauen Erklärung!

    Alles Liebe,
    Michaela

    Antworten

Schön, wenn es chillig geht!
Was aber ist, wenn man bewusst in die Ruhe geht, dann alle Alarmglocken läuten und man kann die Ursache nicht finden?

Antworten

    Liebe Andrea!

    Das Gefühl kenne ich. Dann ist meiner Meinung nach eine ganze Zeit lang etwas verdrängt oder hinuntergeschluckt worden, etwas das gesehen werden möchte. Und es ist gut es schließlich wahrzunehmen. Auch wenn wir womöglich im ersten Moment geschockt sind, wie gelähmt. Doch die Gefühle dann endlich zuzulassen und zu bemerken, dass sie gar nicht so schlimm sind (sie wollen ja etwas Gutes in uns bewegen) ist der erste Schritt in Richtung Leichtigkeit. Und wahrscheinlich sind die Gefühle ein Zeichen dafür, dass es Zeit für eine Veränderung ist, auch wenn es noch so eine winzige ist.
    Die ständige “Ursachenforschung” führt in diesem Fall eher dazu, dass wir den Fokus in der Vergangenheit haben – anstatt in der Gegenwart aktiv etwas zu tun.
    Ich hoffe, ich konnte dir ein bisschen weiterhelfen!

    Und wir sind ja nicht unsere Vergangenheit! 🙂

    Alles Liebe,
    Michaela

    Antworten

      Hallo Michaela, i
      ch war eben noch gar nicht fertig mit meinem Kommentar, als ich irgendeine Taste gedrückt habe und er schon da stand 😉 Sollte wohl so sein! 🙂
      Morgen verlässt ein Unruheherd meines Lebens das Land. Ich hoffe, damit ist die Ursache meiner Unruhe behoben. …und dass es die Veränderung ist, die ich brauche.
      Ich spreche mit meinem Gefühl… Ich sehe es an… Es bleibt… Und hoffe, dass es morgen mit in den Transporter einsteigt!
      Nein, wir sind nicht unsere Vergangenheit! Gott sei Dank!
      Wir werden sehen…

      Danke für deine Antwort!

      Lieben Gruß
      Andrea

      Antworten

      Ich wollte einen lieben mann jetzt hab ich ihn bekommen und hab garkeine kraft mehr vor lauter gefuehle .da die kraft schwindet habe ich das gefuehl ich koennt ihnverlieren .ichversteh mich selbst nicht mehr

      Antworten

        Liebe Gina!

        Weißt du was sehr gut hilft – dir die Frage zu stellen was die positive Absicht hinter deinen Gefühlen ist. Was will dir diese Gefühl “Angst ihn zu verlieren” sagen – was möchte es dir geben? Kontrolle, Sicherheit?

        Lg, Michaela

        Antworten

[…] in Situationen in denen wir uns selbst stressen und emotional werden, steigt unser Puls, unser Blutdruck und die sogenannten Stresshormone wie […]

Antworten

In meiner letzten Beziehung, ich hatte zum Schluss selber Angst aber wollte/konnte gewisse Sachen nicht mehr akzeptieren.

Antworten

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